Am 21. Januar 2004 ist Premiere: Klare Worte bei den Proben von "Das Mädchen Rosemarie"
zuletzt aktualisiert: 12.12.2003 - 12:07Düsseldorf (dto). Eine Bühne geformt wie ein U, eine Treppe, ein Bett bezogen mit einer hellrosa Decke und ein Telefon, das ständig klingelt. Das Geschäft brummt, Rosemarie Nitribitt zückt das Auftragsbuch, während der nächste Freier auf der Drehbühne Baby Doll singt und sich auf seine speziellen Vorlieben vorbereitet. Noch haben die Darsteller ihre normale Kleidung an, aber ansonsten laufen die Proben zu dem Musical „Das Mädchen Rosemarie“ im Capitol Theater auf Hochtouren.
Klappe für "Baby Doll": Auf der Treppe räckeln sich ein paar arbeitslose Prostituierte, während das Telefon bei Rosemarie nicht mehr still steht. Zwei Männer machen sich an Rosemaries Bett zu schaffen und verstecken Abhörgeräte. Anna Montanaro alias Rosemarie Nitribitt steht daneben, wartet dass sie wieder ihrem Geschäft nachgehen kann. Und damit alles ein bisschen schneller geht, schlägt sie vor, dass sie selbst die Bänder wechseln kann. "Ne ne", sagt einer der Handwerker, "sonst kommt Tante Nutte noch auf krumme Gedanken". Klare Worte in einem Stück, in dem es um das kurze, aufregende Leben und den schnellen Abstieg der Edelhure Rosemarie Nitribitt geht. Ein Gesellschaftsskandal der Nachkriegszeit, der nun erstmals auf einer Musicalbühne zu sehen sein wird.
„Das kann noch etwas abfälliger sein“ sagt Regisseur und Drehbuchautor Dirk Witthuhn zu den Handwerkern. "Mach sie richtig runter". Klappe, die zweite. Alles noch einmal von vorne und direkt in die nächste Szene. Die Freier geben sich bei dem Mädchen Rosemarie die Klinke in die Hand. "Hineingedreht" durch die Drehbühne, die auch bei dem Tanzmusical "Miami Nights" eingesetzt wurde, landen sie dort, wo sich vieles in dem Stück abspielt. Im Bett.
Nur noch knapp vier Wochen wird es bis zur ersten Preview dauern, am 21. Januar feiert das Stück "Das Mädchen Rosemarie" Weltpremiere im Düsseldorfer Capitol Theater. Bis dahin muss jede Bewegung, jede Spielszene und jedes Lied sitzen. Regisseur Dirk Witthuhn ist mit dem Verlauf zufrieden. "Es ist spannend zu sehen, wie sich aus der ursprünglichen Idee zu Beginn des Entstehungsprozesses nach und nach eine bühnenreife Inszenierung entwickelt."
Auch Hauptdarstellerin Anna Montanaro ist schon ganz gespannt auf die erste Aufführung. "Ich habe mich schon richtig in die Rolle der Rosemarie Nitribitt hineingefühlt", sagt sie. Dazu gehörte auch, dass sie vor wenigen Wochen sich das Grab von der Nitribitt auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof angesehen hat. "Dieses Stück ist ganz anders als zum Beispiel Jeckyll&Hyde", sagt sie. "Es ist nicht so durchkomponiert, hat viel mehr Spielszenen." Eine Tatsache, die ihr sehr gefällt.
Die Musik hat Heribert Feckler komponiert. Teils mit einem Hauch der 50er Jahre, sind die Songs auch rockig. "Ich habe mich daran orientiert, was die Lieder aussagen. Die Rockmusik unterstreicht die Härte des Stücks". Auf das fertige Stück darf man gespannt sein. Gespielt wird die Eigeninszenierung des Capitol Theaters im Club, damit die Atmosphäre noch intimer wird.
Von BIRGIT KRANZUSCH
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