Talk mit Kaufmann, Knörr und Antwerpes: Klartext beim Kö-Talk
zuletzt aktualisiert: 28.04.2006 - 11:24Düsseldorf (dto). Wenn Jörg Knörr erst mal im Redeschwall ist, dann gibt es kein Halten mehr. Dann erzählt er aus seinem Leben, von Ausfahrten, die er in seiner Karriere schon genommen hat und rutscht dabei immer wieder in fremde Rollen. Dann gibt er den schnaufenden Rainer Calmund, die meckernde Inge Meysel oder brilliert als nervöser Karl Lagerfeld. Dass es in diesem Moment andere neben ihm schwer haben, zu Wort zu kommen, ist da fast vorprogrammiert. Beim gestrigen Kö-Talk konnte sich Franz-Josef Antwerpes zwar neben dem Comedian behaupten, Anna Maria Kaufmann, Sopranistin und Musical-Star, kam dagegen kaum zu Wort.
Es war eine illustre Runde beim Kö-Talk, in der viel gelacht wurde, in der die Talkgäste aber auch recht deutliche Worte fanden. Der ehemalige Regierungspräsident aus Köln, Franz-Josef Antwerpes ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt, am Donnerstagabend donnerte er gleich zu Anfang los. „Als ich in Pension ging, hat mir keiner in der Landesregierung eine Träne nachgeweint – ich aber auch keinem.“ Antwerpes erzählte von seiner Zeit als Regierungspräsident, als er selbst mit Kelle auf der Autobahn stand und Verkehrssünder anhielt und den Schwierigkeiten als Politiker.
Die Kölner Bewerbung als Kulturhauptstadt findet er geradezu lächerlich, vom Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma hält er auch nicht viel. „Es ist eine Schande, dass die Stadt von jemandem regiert wird, der keine Ahnung hat, die meisten in der Verwaltung kann man auch in der Pfeife rauchen“, so Antwerpes. Von der Politik hat er sich verabschiedet, von der öffentlichen Bühne ist er allerdings nicht verschwunden. Antwerpes schreibt zur Zeit einen Liebesroman, in einem Theaterstück, dass den Karneval auf die Schippe nimmt, übernahm er auch eine Rolle. „Das ist nicht gut angekommen, Karneval ist eine sehr ernste Sache“, so der 71-Jährige.
Von ernsten Rollen bis zur Parodie von Verona Poth hat Jörg Knörr beinahe alles drauf. Seit 1975 ist er in der Comedy-Szene und schlüpft in rund 50 Stimmen. Als Imitator wird er nicht gerne bezeichnet. „Ich bin nicht der Kopierer von Stimmen, die Stimmen sind meine Marionetten, mit denen ich Programm mache“, so Knörr, von dem viele nicht wissen, dass er sieben Jahre lang die Stimme von „Wim und Wendelin“ war.
Von Anna Maria Kaufmann erfuhren die Gäste nur wenig, standen die Herren der Runde viel zu sehr im Mittelpunkt. Die Sängerin, die aus Kanada nach Deutschland kam, hat eine enge Beziehung zu Düsseldorf, studierte sie doch hier an der Musikhochschule. Dass sie sich nie ganz für die Oper entschieden hat, erklärt sie so: „Klassik ist nicht langweilig, aber ich bin eine vielseitige Künstlerin und mache auch gerne etwas anderes“. Zur Fußball WM werden die Zuschauer sie häufiger sehen, denn die Künstlerin wird einige Konzert mitgestalten und auch die ein oder andere Nationalhymne singen. Eine kleine Kostprobe ihres Könnens gab sie am Donnerstagabend schon. Sie sang auf der Bühne der Lichtburg ein Stück ihrer neuen CD und verzauberte damit nicht nur Talkmaster und Gäste, sondern auch das Publikum.
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