Münsterstraße: Klinik ist für Kleintiere im Einsatz
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 08:05Düsseldorf (RPO). An der Düsseldorfer Münsterstraße kümmern sich Rainer Krauß und sein Team um Hunde, Katzen, Vögel und Reptilien. Ein Besuch im Hospital, dessen Einrichtung kaum von einem Krankenhaus für Menschen zu unterscheiden ist.
Krankheiten und Unfälle passieren zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das ist bei Tieren nicht anders als bei Menschen. Deshalb ist die Tierklinik an der Münsterstraße auch an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geöffnet. Zwölf Tierärzte und 35 Mitarbeiter setzen sich dafür ein, dass Hunden, Katzen und Heimtieren wie Vögel, Nagetiere und Reptilien medizinisch optimal versorgt werden – eben auch an die 20 Mal in der Nacht.
Um dies zu gewährleisten, gründete der Veterinär Rainer Krauß vor 30 Jahren die Tierklinik an der Münsterstraße. "Tierklinik ist ein geschützter Begriff, der die Einhaltung hoher Standards hinsichtlich Personal und technischer Ausstattung erfordert", sagt Krauß.
Allgemein montags bis freitags 9 bis 20 Uhr
Heimtiere montags, dienstags und donnerstags 15.30-17Uhr
Vögel/Reptilien montags und mittwochs 10 bis 12.30 und 17.30 bis 20, dienstags und donnerstags 15 bis 20, freitags 9.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17.30 Uhr
Auf zwei Etagen befinden sich sechs Behandlungs-, vier Operations- sowie Untersuchungsräume mit Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, Computertomographie und Kernspintomographie. Neben einem Labor verfügt die Klinik auch über eine Blutbank, die es ermöglicht, Blutkonserven herzustellen. Bis zu 60 Tiere können in der Klinik stationär behandelt werden, etwa nach einer Operation. "Das geschieht meist für ein bis drei Tage", erklärt Krauß. Für die Unterbringung von Vögeln und Reptilien hat er Boxen mit Unterdruck anfertigen lassen, damit Staub und Keime nicht übertragen werden.
Einen Schwerpunkt in der Tierklinik bilden Wirbelsäulenbehandlungen. Bei größeren Hunden wie Schäferhund oder Labrador senkt sich im Alter häufiger das Kreuzband ab, was mit einer Lähmung der Hinterhand einhergehen kann. Die Chirurgen eröffnen dann das Wirbelsäulendach nach oben, damit das Rückenmark nicht mehr gequetscht werden kann. "Diese Operation führen wir hier fast jeden zweiten Tag durch", erläutert Krauß.
Die Kosten für diese Behandlung inklusive Diagnostik beziffert der Klinikinhaber auf einen vierstelligen Betrag. Eine Summe, die den Kaufpreis des Tieres um ein Mehrfaches übersteigt. "Die Tiere sind ja auch Sozialpartner", sagt Krauß. "Eine alte Dame würde meist alles für ihr Tier tun", so seine Erfahrung. Schließlich sei erwiesen, dass es sich positiv auf die Psyche auswirkt, wenn ältere Menschen, die in Heimen leben, zum Beispiel in Nagetier halten.
Nach 30 Jahren Klinikführung hat Krauß die Leitung in die Hände von Ralph Lippin gelegt, der seit 14 Jahren in der Klinik tätig ist. Auf die Frage, welche Begegnungen ihm im Gedächtnis geblieben sind, antwortet Krauß nach einem Moment: "Wenn man einen Hund versorgt, der drei Beine gebrochen hat, dann freut man sich enorm, wenn man ihn wieder auf die Beine kriegt."
Kontakt Münsterstraße 359, Telefon 0211 626868
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