Minustemperaturen in der Landeshauptstadt: Klirrende Kälte - So schützen sich die Profis
VON BJÖRN FRANZ-MIKSA UND ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 18:29Düsseldorf (RPO). Nur wenige Düsseldorfer müssen bei den aktuellen Minustemperaturen längere Zeit im Freien verbringen. Nichtsdestotrotz gibt es Menschen – Bauarbeiter, Markthändler, Müllmänner – die sich tagtäglich beruflich mit der Kälte auseinandersetzen müssen. Wir haben die „Kälte-Profis“ auf der Straße getroffen und sie nach ihren Tipps und Tricks gefragt.
Der Hotelpage - Daniel Goldschmidt ist Page im Hayett Regency Düsseldorf. Auch er ist der Kälte oft ausgesetzt und auch er hat verschiedene Mittel um sich warm zu halten. Neben langer Unterwäsche und mehrlagiger Bekleidung rät er dringend zu festem Schuhwerk. „Die Füße werden immer als erstes kalt, deshalb ist festes Schuhwerk enorm wichtig“, erklärt er.
Daniel Goldschmidt lobt außerdem die vom Hotel gestellte Dienstbekleidung. „Der dicke Mantel, sowie Ohrwärmer und Fellkragen erfüllen ihren Zweck sehr gut“, sagt er, „wenn man jetzt noch in Bewegung bleibt und hin und wieder etwas Warmes trinkt bleibt man schön warm“.
Der Müllmann – Naim Atipi schwört auf den Zwiebel-Look. „Heute trage ich vier Schichten Kleidung übereinander“, verrät der Müllmann. Besonders wichtig seien lange Unterhosen und dicke Socken. Atipi macht sich keine Sorgen, dass er bei seiner schweren körperlichen Arbeit ins Schwitzen geraten und sich erkälten könnte: „Man muss nur darauf achten, dass man Baumwolle trägt und keine synthetischen Stoffe, dann kommt man auch nichts ins Schwitzen.“
Die Bauarbeiter – Stefan und Robert, die ihre Nachnamen nicht verraten wollen, kommen aus Stralsund und starten früh in den Tag. Um 6 Uhr müssen sie in Düsseldorf auf der Baustelle sein – bei ihrer Abfahrt in Stralsund um 2 Uhr herrschten dort -14 Grad. „Thermounterwäsche ist da schon angebracht“, sind sich die beiden einig. Außerdem setzen die Bauarbeiter auf Bewegung: „Die haben wir in unserem Beruf ja sowieso. Daher wird uns auch nicht so schnell kalt“.
Der Büdchen-Inhaber – Thomas Dömer wartet schon um 5 Uhr morgens in seinem Kiosk an der Schadowstraße auf Kundschaft. Eine richtige Heizung gibt es dort nicht – also muss auch er sich mit der Kälte arrangieren. „Jede Zeitung hier drin speichert natürlich die Kälte, wenn man sie von draußen in die Regale räumt. Morgens schalte ich also als erstes den Heizstrahler an“, sagt Thomas Dömer.
Auch er zählt auf lange Unterwäsche und mehrere Pullover. Ein bestimmtes Accessoire darf nicht fehlen. „Fingerlose Handschuhe sind wichtig. Schließlich muss ich den ganzen Tag Kleingeld entgegen nehmen und wieder heraus geben“. Im Fall von Thomas Dörner bringt die Kälte auch Vorteile mit sich. „Heiße Getränke sind gefragt“, sagt der Büdchen-Besitzer.
Die Promoterin – Viktoria Merkel ist als Promoterin in der Innenstadt unterwegs. Sie ist den ganzen Tag der Kälte ausgeliefert. Ihre Mittel gegen die Minustemperaturen sind Heizstrahler und Tee: „Zum Glück haben wir die Heizpilze. An denen kann man sich hin und wieder aufwärmen. Heißen Tee trinken wir die ganze Zeit, davon ist deswegen leider nicht mehr so viel da.“
Der Obsthändler – Haron Ahmadi verkauft Obst und frisch gepresste Säfte an der Schadowstraße. Er passt sich der eisigen Kälte an. Eine dicke Jacke, Mütze und Schal reichen bei den Temperaturen nicht aus. „Ohne meinen kleinen Gasofen wäre es hier schon ziemlich kalt“ erklärt der Obst-Experte. Außerdem trägt er unter seiner Kleidung einen langen Overall, der die Kälte abhalten soll. „Viel Bewegung hilft übrigens auch gegen die Kälte, also nicht still stehen bleiben“, empfiehlt er.
Der Occupy-Aktivist – Roy Daniel Schäfer gehört zu den Occupy-Aktivisten aus Düsseldorf. Sie leiden besonders unter der Kälte, weil die Nacht für Nacht in Zelten verbringen. Um sich zu wärmen, stellt sich Schäfer Kerzen im Zelt auf. „Die machen es etwas wärmer. Außerdem mache ich hin und wieder den Campingkocher an“, sagt er. Damit die Wärme nicht sofort aus den Zelten entweicht, stopft er provisorisch die Entlüftungen der Zelte zu – nicht ganz ungefährlich, im Zelt kann sich so giftiges Kohlenmonoxid stauen.
„Nachts ist es noch kälter, dann stelle ich aber nur eine Grableuchte im Zelt auf, damit nichts abbrennt“ ,erklärt der Aktivist. „Nachts trage ich außerdem so wenig Kleidung wie möglich. Das ist anfangs etwas Kälter, hält dann aber auf Dauer im Schlafsack besser warm“.
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