Geschichte der Düsseldorfer Polizei: Knobloch lobt Ausstellung
VON JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 07:36Düsseldorf (RPO). Für die Düsseldorfer Polizei dürfte es eine weitere Bestätigung ihrer Arbeit sein: Nachdem die Dauerausstellung "Transparenz und Schatten" bereits international Beachtung fand, kam am Dienstag auch Charlotte Knoblauch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, zum Düsseldorfer Präsidium. Polizeipräsident Herbert Schenkelberg und Polizeihistoriker Klaus-Friedrich Dönecke führten die Nachfolgerin von Paul Spiegel durch die Schau über die Geschichte der Düsseldorfer Polizei während der NS-Zeit.
Transparenz und Schatten
Eine halbe Stunde nahm sich Knobloch für die persönliche Führung Zeit. Anhand der Schautafeln und historischen Bildern erläuterte Dönecke, der "Transparenz und Schatten" mit dem Verein "Geschichte am Jürgensplatz" organisierte, zusammengefasst die wichtigsten Eckpunkte in der Polizeigeschichte zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Gründung der Bundesrepublik.
Sichtlich berührt zeigte sich die 76-Jährige nach der Betrachtung einer Multimediapräsentation über die Deportation von Juden im Dezember 1941 in das Ghetto von Riga. Der Verantwortliche und damalige Hauptmann der Schutzpolizei Paul Salitter ließ von seinen Beamten penibel eine Strichliste über die 1007 Verschleppten anlegen. Die schonungslose Aufarbeitung der eigenen Geschichte imponierte Knobloch. "Es ist gut, dass ich hergekommen bin. Die Münchener Polizei hat eine ähnliche Geschichte, sie sollte sich ein Beispiel an Düsseldorf nehmen", sagte sie. Dass das dunkle Kapitel in der Polizeigeschichte in NRW während der Ausbildung thematisiert wird, sei "vorbildlich".
Charlotte Knobloch ist nicht die einzige prominente Besucherin der im April 2007 eröffneten Ausstellung. Vor ihr ließ sich der Direktor der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Arik Rav-On, im März 2008 über die Schau informieren. Im Gegenzug reiste Dönecke mit 23 weiteren Kollegen auf Einladung zur Holocaust-Gedenkstätte nach Israel. Die Dauerausstellung im Düsseldorfer Polizeipräsidium, Jürgensplatz 5-7, ist weiterhin für Besucher zugänglich. Sie ist montags bis freitags zwischen 8 und 15 Uhr geöffnet.
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