DEG-Fans sind sauer: Knöllchen-Flut am Dome
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 12.03.2008 - 08:04Düsseldorf (RPO). Hunderte DEG-Fans stellen ihr Fahrzeug auf Firmenarealen neben dem ISS Dome ab. Beim Spiel gegen Köln sperrten Einweiser die Zufahrt zum Parkplatz des Gartencenters Dehner. Viele Fans sind sauer, das sei „Abzocke der Stadt“.
Willi Wilden ist seit 42 Jahren DEG-Fan und ebenso lange mit Dauerkarte bei fast jedem Spiel dabei. Seit Sonntag ist der 64-Jährige stinkesauer auf die Stadt und die Industrieterrain Düsseldorf-Reisholz (IDR) als Betreiber des Dome. „Das war Raubrittertum und miese Abzocke“, sagt der bitter enttäuschte Rentner. Der Grund: Ihm wurde wie hunderten anderen an dem Tag die Zufahrt zum Parkplatz des Gartencenters Dehner verwehrt. „Ohne Grund haben die Einweiser ,Zum Gut Heiligendonk‘ mit Zäunen gesperrt“, sagt Wilden. So wolle die Stadt die Besucher zwingen, das seit Eröffnung des ISS Dome 2006 in der Kritik stehende Parkhaus zu benutzen, sagt Wilden. Das sei aber zu teuer und nach dem Spiel müssten viele Autofahrer bis zu zwei Stunden im Parkhaus verharren, weil die Abfahrt nicht funktioniert.
Von der Theodorstraße über „Am Hülserhof“ und „Zum Gut Heiligendonk“ biegt man auf den Parkplatz ab. Seit eineinhalb Jahren lässt die Geschäftsführung von Dehner bei Spielen an Wochentagen dort Dome-Besucher parken. Die zahlen drei Euro und bekommen einen ebenso hohen Gutschein für den nächsten Einkauf. „Die 150 Plätze sind immer belegt“, sagte der stellvertretende Marktleiter Oliver Schaub gestern. An Sonntagen lässt Dehner gratis auf dem Gelände parken.
Sonntag ab 12.30 Uhr war die Zufahrt aber erstmals von unbekannten Einweisern gesperrt. Unbekannt, weil weder die Stadt noch die IDR als Betreiber des Dome solche Sperrungen in Auftrag gegeben haben wollen. „Wir haben dort an der Stelle keine Zäune aufstellen lassen und auch keine Mitarbeiter vor Ort gehabt“, sagte der Abteilungsleiter im Ordnungsamt, Norbert Preiwuß gestern. Auch die IDR ist verwundert: „Ich weiß nichts von dortigen Sperrungen“, sagte der IDR-Vorstand Heinrich Pröpper. „Sie trugen gelbe Westen und sahen aus wie Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens“, berichtet Wilden.
Als hunderte Autofahrer an der gesperrten Zufahrt von den Einweisern abgewiesen worden waren, parkten sie kurzerhand auf dem Seitenstreifen „Am Hülserhof“ - im absoluten Halteverbot. „Die Politessen warteten schon und schrieben Knöllchen“, weiß Wilden. Beim Gartencenter meldeten sich am Montag zahlreiche Fans und waren sauer wegen der Sperrung. „Wir wollen das auch nicht. Wir freuen uns ja auf die DEG-Fans“, sagte Schaub gestern. Im Umfeld der DEG und unter den Fans wird der Ärger über die Parksituation ebenfalls lauter. Das Parkhaus sei nicht für eine Veranstaltung mit vielen gleichzeitigen Besuchern geeignet, sagen Experten. Außerdem verprellten Knöllchen, lange Warteschlangen nach Veranstaltungen und die vielen Halteverbotsschilder im Umfeld das Publikum vieler Veranstaltungen. Und alte DEG-Fans wie Willi Wilden.
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