Altstadt: K.o.-Tropfen: Warnung vor giftigen Cocktails
zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 - 07:25Düsseldorf (RPO). Sie wollte nur mit ihrer Freundin feiern gehen – und wachte halbnackt in einer Kneipentoilette in der Altstadt wieder auf, konnte sich an nichts erinnern. Ihre Kleider fand der Putzdienst der Kneipe auf mehrere Etagen verteilt, Handtasche und Handy waren weg.
Den Fall der jungen Frau schilderte Dagmar Ettner vom Kommissariat für Sexualdelikte als eines von vielen Beispielen über die fatalen Wirkungen sogenannter K.o.-Tropfen. Die will der Kriminalpräventive Rat mit einer groß angelegten Kampagne bekämpfen, die heute in den Düsseldorfer Discos und Kneipen startet. Plakate, Flyer und eine eigens eingerichtete Internetseite (www.ko-tropfen-duesseldorf.de) mahnen, Getränke nie unbeaufsichtigt zu lassen und die Freunde im Auge zu behalten, wenn die beim Partyabend mehr als nur alkoholisiert sind.
"K.o.-Tropfen sind überdosierte Medikamente wie Schmerz- oder Schlafmittel, meist in gefährlichen Mischungen", sagte Heiko Schneitler, Leiter des Gesundheitsamts. Sie führen zu völliger Willen- und Orientierungslosigkeit und sie heimlich zu verabreichen sei schon eine Straftat. Doch dabei bleibt es meist nicht.
Die junge Frau aus Ettners Beispiel etwa wurde in diesem Zustand zum Sex genötigt, dann bestohlen. Obwohl der Täter DNA hinterließ, ist er nie gefunden worden. Und für die Frau ist die Tatsache, dass sie sich an nichts erinnern kann, dass sie nicht weiß, ob der – oder gar die – Täter Fotos von ihr machten, fast noch schlimmer als die Tat selbst. Das hört auch Luzia Kleene in der Frauenberatungsstelle oft. Und: Viele Opfer glauben an einen alkoholbedingten Filmriss, schämen sich dann, Anzeige zu erstatten. Dabei zählt jede Minute nach dem Aufwachen: Viele Arten von K.o.-Tropfen sind nach sechs bis acht Stunden nicht mehr nachweisbar.
Hilfe finden Opfer bei der Frauenberatung und der Ambulanz für Gewaltopfer im Gesundheitsamt.
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