Übergangsstraße: Kö-Bogen: Autos fahren im Park
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 23.01.2010 - 09:26Düsseldorf (RPO). Wenn auf dem Jan-Wellem-Platz die Bauarbeiten für die beiden Libeskind-Gebäude beginnen, wird für den Verkehr eine Übergangsstraße errichtet. Sie verläuft entlang des früheren Gehwegs an der Landskrone im Hofgarten.
Jetzt wird's ernst mit dem Kö-Bogen: Kommende Woche sollen laut Projektentwickler Stefan Mühling (Die Developer) auf dem Jan-Wellem-Platz die Vorarbeiten für die beiden von Daniel Libeskind entworfenen Neubauten beginnen. Unter den Gebäuden wird zudem ein Tunnel entstehen, durch den in vier Jahren der Autoverkehr fließen soll. Bis es so weit ist, wird eine Interimstraße angelegt.
Der genaue Verlauf wurde in der Bezirksvertretung (BV) 1 vorgestellt. Die Übergangsstraße führt durch den Hofgarten, am Rand des Parks, an Stelle des seit einem Jahr gesperrten Fußgängerwegs entlang des Gewässers Landskrone. Sie soll den betroffenen Teil der Hofgartenstraße ersetzen. Weil die Ebene des Parks mehrere Meter tiefer liegt als die Hofgartenstraße, wird der Gehweg, so Rolf Sander vom Amt für Verkehrsmanagement, aufgefüllt. Der Höhenunterschied soll dann nur noch einen Meter betragen und über Zu- und Abfahrtsrampen überwunden werden.
Erster Bauabschnitt Auf dem Jan-Wellem-Platz entstehen zwei Neubauten, der Verkehr wird zwischen Theatermuseum und Tuchtinsel in Tunnel gelegt. Ende 2013 soll dieser Abschnitt fertig sein.
Zweiter Bauabschnitt Die Hochstraße Tausendfüßler soll abgerissen, der Verkehr ebenfalls in Tunnel geleitet werden. Die Oberfläche wird neu gestaltet.
Mit dieser Trasse soll der Verkehr aus der Fischerstraße kommend sowie aus der Berliner Allee kommend Richtung Heinrich-Heine-Allee aufrecht erhalten werden. Sie soll Ende April, Anfang Mai in Betrieb gehen. "Traurigerweise greift diese Maßnahme intensiv in die Fläche des Hofgartens ein", räumte Sander vor den Bezirksvertretern ein. 24 Bäume müssten dafür gefällt werden. Jedoch sei alles mit der Landschaftsschutzbehörde, dem Gartenamt und auch den Denkmalschützern abgeklärt.
Wenn Ende 2013 der Tunnel fertig sei, werde die Interimstraße komplett rückgebaut und komplett dem Hofgarten zugeschlagen. Dann seien auch Neupflanzungen und die Verlängerung der Landskrone vorgesehen. Die BV-Mitglieder zeigten sich parteiübergreifend erstaunt angesichts der geplanten Straße. "Wir unterstützen das Vorhaben nach wie vor", sagte Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt (CDU) im Namen ihrer Fraktion, "aber dieser Eingriff in den Hofgarten ist wirklich schmerzhaft." Friederike Mikoleit (CDU)fürchtete, dass diese Ausnahme andere nach sich ziehen könnte: "Wehret den Anfängen!"
Ratsfrau Clara Deilmann (Grüne) fand es "empörend, wie in den Hofgarten eingegriffen wird" und kritisierte, dass im Vorfeld nicht über die geplante Fällung der Bäume informiert worden sei. Die Grünen wollen nun eine entsprechende Anfrage im Stadtrat stellen. Horst Gieseler (SPD) kritisierte mangelnde Transparenz: "Alles kommt stückweise, da verliert man den Überblick. Ist das Absicht?" Solch ein Vorgehen ziehe mangelnde Akzeptanz seitens der Bürger nach sich. Sander versicherte, dass Stadt und Investor umfassende Öffentlichkeitsarbeit vorbereiteten.
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