Zweiter Bauabschnitt: Kö-Bogen – die Entscheidung
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 03.04.2009 - 07:58Düsseldorf (RPO). Im ersten Bauabschnitt soll der Jan-Wellem-Platz nach einem Entwurf von Daniel Libeskind bebaut werden. Im zweiten kürt das Preisgericht heute den Sieger-Entwurf des Wettbewerbs. Kommt ein Hochhaus auf die Tuchtinsel?
Vor lauter Baustellen sieht man Düsseldorf nicht, könnte man zurzeit an mancher Stelle der Stadt meinen. Die meisten sind dem Bau der Wehrhahn-Linie zuzurechnen, aber auch die Realisierung des Projekts Kö-Bogen ist inzwischen zu sehen. Jahrelang war um das Vorhaben im Herzen der Stadt gerungen worden, jetzt geht es voran. Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Was ist bei den einzelnen Bauabschnitten geplant?
Beim ersten Teil wird der Verkehr zwischen Schadowstraße, Heine-Allee, Dreischeibenhaus und Berliner Allee durch Tunnel geführt. Auf dem Jan-Wellem-Platz werden nach einem Entwurf von Daniel Libeskind zwei 26 Meter hohe Gebäude errichtet. Im zweiten Abschnitt soll die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen werden. Der Bereich zwischen Theatermuseum und Johanneskirche soll – bis auf die Linie 701, die weiterhin oberirdisch fährt – nur von Fußgängern genutzt werden.
Wie fortgeschritten sind die Bauabschnitte?
Für den ersten Teil haben die Vorarbeiten begonnen: Auf Jan-Wellem- und Schadowplatz werden derzeit Kanäle verlegt, die Kö-Passage zum Hofgarten wurde abgerissen. Auf dem Hügel vor dem Steigenberger Parkhotel wird die Zufahrt zur Tiefgarage vorbereitet.
Anfang 2010 soll der eigentliche Bau beginnen. Für den zweiten Abschnitt läuft ein Wettbewerb. Heute entscheidet das Preisgericht, welcher Entwurf zum Sieger gekürt wird. Dabei geht es noch nicht um architektonische Gestaltung der Gebäude, sondern darum, wo neue Baufelder entstehen, wie hoch und breit die Bauten sein könnten. Ausgewiesen werden auch Plätze, Grün- und Wasserflächen.
Wie viele Entwürfe sind noch im Wettbewerb?
Ursprünglich haben sich 28 Teams aus Architekten und Landschaftsplanern beworben, daraus hat die Jury im Januar acht ausgewählt. Diese Entwürfe wurden fünf Tage lang im Foyer des Schauspielhauses der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bürger konnten Anregungen machen.
Anschließend haben die Teams noch mal detailliert nachgearbeitet. Zwei der Entwürfe sehen Hochhäuser vor: Hascher & Jehle eines auf der Tuchtinsel, Ortner + Ortner Doppel-Türme an der Einmündung zur Immermannstraße. Nicht nur Stadtplanungsdezernent Gregor Bonin hegt Sympathien für ein Hochhaus an dieser Stelle.
Wie sicher ist die Finanzierung des ersten Abschnitts?
Eine Voraussetzung für den Verkauf des rund 46 Millionen Euro teuren Grundstücks Jan-Wellem-Platz ist eine Bürgschaft in Höhe von 120 Millionen Euro. Der Projektentwickler "Die Developer" hat bis 30. April Zeit, die Bankbürgschaft nachzuweisen. Die Stadtsparkasse soll sich als Teil eines Bankenkonsortiums beteiligen.
Möglicherweise ist auch die Trinkaus-Bank mit im Boot. Das Finanzinstitut wollte den Kö-Bogen ursprünglich selbst bauen, und soll nun interessiert sein, als Mieter einzuziehen. Developer-Chef Stefan Mühling versichert, dass sowohl die Bürgschaft als auch die Gesamtfinanzierung des 300-Millionen-Euro-Projekts kein Problem sei.
Was passiert beim zweiten Bauabschnitt als nächstes?
Das Rathaus wird eine Vorlage vorbereiten, der die zuständigen politischen Gremien zustimmen müssen. Wenn feststeht, wo Baufelder entstehen, werden Architekten beauftragt, Entwürfe für die Gebäude zu machen. Die Bauten auf der Tuchtinsel sollen auf Wunsch der Eigentümer abgerissen und neu gebaut werden. Die Eigentümer des Blocks zwischen Gründgens-Platz und Bleichstraße haben auch diese Option.
Wie ist der Zeitplan?
Bis 2014 soll alles, inklusive der Wehrhahn-Linie, fertig sein.
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