20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche: Kö-Bogen spaltet Einzelhandel
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009 - 07:27Düsseldorf (RPO). Die Verbandsspitze verspricht sich von 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche einen zusätzlichen Schub an Attraktivität: "Wenn nicht dort in Düsseldorf, wo dann?". Gut die Hälfte der Händler in der Region rechnen für dieses Jahr mit einer Verschlechterung der Geschäftslage.
Die Frage, wie viel Einzelhandelsfläche im geplanten Kö-Bogen-Projekt untergebracht werden kann, spaltet möglicherweise das Lager der Händlerschaft. Nach warnenden Stimmen in der vergangenen Woche sagte der Hauptgeschäftsführer des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes, Peter Achten, zu den diskutierten 20.000 Quadratmetern: "Wir halten uns mit Kritik zurück, wir wollen keine Käseglocke für den Einzelhandel."
Noch deutlicher wurde Achtens Geschäftsführerin Waltraud Loose während der Konjunktur-Pressekonferenz des Verbandes: "Wenn es irgendwo in Düsseldorf um neue Einzelhandelsflächen gehen soll, dann genau da."
Achten und Loose versprechen sich vom Kö-Bogen einen zusätzlichen Attraktivitätsschub für die Einkaufsstadt Düsseldorf. Für die "Weltmarke Königsallee", die Schadowstraße mit ihrem "nach wie vor hochattraktiven Branchenmix" und die Einkaufsstraßen der Altstadt wirke der Kö-Bogen "wie ein "Knoten in einer Schleife". Mit Hinweis auf die Düsseldorf Arcaden in Bilk sagte Achten: "20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche an dieser Stelle bereiten uns weniger Kopfschmerzen als 34.000 Quadratmeter an anderer Stelle." Waltraud Loose ist zudem der Ansicht, dass in Düsseldorf noch nicht alle hochwertigen Marken vertreten seien, die andere Einkaufsmetropolen in Deutschland besonders attraktiv machten. Von interessierten Unternehmen höre sie wiederholt, dass es dafür in erstklassigen Lagen an Einzelhandelsflächen fehle.
Der Einzelhandelsverband beobachtet seit einiger Zeit den Trend zu größeren Geschäften in den Innenstädten. Dieser werde verstärkt, nachdem das aktuelle Planungsrecht großflächigen Einzelhandel auf der Grünen Wiese nicht mehr zuläßt. "Heute bemüht man sich um eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre, indem Regale nicht mehr so eng gestellt und die Gänge dazwischen fünf Meter breit gehalten werden." Aktuelles Beispiel dafür sei die Eröffnung des "größten Edeka Frische Centers Deutschland" in Reisholz am Monatsende.
In einer Umfrage des Verbandes, an der sich bis Ende Februar 292 Händler beteiligten, gaben für das zweite Halbjahr 2008 noch 61 Prozent eine "konstante und verbesserte Geschäftslage" an. 75 Prozent der Befragten meldeten eine stabile Lage auch für die Beschäftigung ihrer Mitarbeiter.
Für 2009 wird auch im Einzelhandel mit einer Verschlechterung gerechnet. Dies bestätigten 53 Prozent der befragten Geschäftsleute. Immerhin gingen für das erste Halbjahr noch 47 Prozent von einer unveränderten oder sogar verbesserten (14 Prozent) Lage aus. Demzufolge nahm die Zahl jener Betriebe nur leicht zu, die mit einer geringeren Mitarbeiterzahl rechneten. Ein Fünftel an der Umfrage beteiligten Händler ist allerdings nicht sicher, ob sie nicht doch noch auf Personal verzichten müssen.
Der Einzelhandelsverband hofft, den Vorjahresumsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres halten zu können. In der zweiten Jahreshälfte rechnet er bei der voraussichtlich schlechter werdender Beschäftigungslage mit einem Rückgang der Umsätze im "niedrigen einstelligen Prozentbereich".
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