Mehr Läden für Top-Marken: "Kö-Bogen stärkt den Einzelhandel"
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 02.04.2009 - 07:38Düsseldorf (RPO). Die Immobilienunternehmen Aengevelt und Kemper's sehen in dem geplanten Projekt eine Bereicherung für die Entwicklung der Stadt. Eine Untersuchung zeigt, dass Düsseldorf in seinen Spitzenlagen noch zu wenig Läden für internationale Top-Marken anzubieten hat.
Zu jenen, die sich für eine großzügig bemessene Einzelhandelsfläche im geplanten Kö-Bogen-Projekt einsetzen, zählen die Immobilienunternehmen Aengevelt und Jones Lang LaSalle.
Wulff Aengevelt schloss sich gestern der auch vom Einzelhandelsverband vertretenen Position an, dass Düsseldorf noch einen erheblichen Bedarf an Verkaufsflächen für Top-Marken habe und in diesem Punkt anderen deutschen und internationalen Einkaufsmetropolen hinterher laufe.
"Ich verstehe das Gejammere nicht, dass der Einzelhandel wegen des Kö-Bogens zusammenbrechen könnte, und ich kenne auch niemanden in der Branche, der erklärt, dem Handel würde durch den Kö-Bogen der Todesstoß versetzt", sagte Aengevelt. Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in bester Lage sei unvermindert groß und werde durch die Auswirkungen der Wirtschafrtskrise nicht geringer.
Aengevelts Einzelhandelsspezialistin Anja Maniura berichtet, dass französische Top-Labels in Amsterdam gut vertreten seien und dabei viel höhere Ladenmieten zahlten als in Düsseldorf. "Solche Hersteller suchen händeringend Läden zwischen 100 und 200 Quadratmetern und würden sogar erheblich mehr bezahlen als die für Düsseldorf gängigen Spitzenmieten von 225 Euro pro Quadratmeter."
Aengevelt verfolgt die Diskussion um die Realisierung des Kö-Bogens, für den bis zum 30. April eine Bürgschaft von 120 Millionen Euro hinterlegt werden muss, mit Spannung. Die Erfahrung zeige, dass Beteiligte bei der ersten Gelegenheit "mit dem Fallschirm abspringen, wenn auf der Seite von Käufern, Mietern oder Finanziers Lücken entstünden. "Ich kenne Leute, die sich in Krisenzeiten unvernünftig verhalten und kann nicht ausschließen, dass das auch hier passiert."
Aber selbst wenn der Kö-Bogen noch zwei bis fünf Jahre auf sich warten ließe, sei das im Gesamtkontext mit der Stadtentwicklung gleichgültig". Der Kö-Bogen wird laut Aengevelt eine Bereicherung für die Stadtentwicklung. "Allerdings: Einen Klumpen Fehler können wir uns nicht leisten."
Bei der Jones Lang LaSalle-Tochter Kemper's sind die Experten überzeugt, dass der Kö-Bogen die beiden Toplagen Königsallee und Schadowstraße als "zentrale Achse des Düsseldorfer Einzelhandels" komplettiert und stärkt. "Der Kö-Bogen bietet Raum für Flagship-Stores internationaler Ankermieter", so Andreas Siebert von Kemper's. Seine Einschätzung gipfelt in der Zusammenfassung, das Projekt biete einen "hochwertigen und abwechslungsreichen Spannungsbogen mit Strahlkraft".
Die beiden Immobilienunternehmen vertreten übereinstimmend die Auffassung, dass die Preise für Spitzenmieten im Einzelhandel nicht nur stabil sind, sondern in ersten Lagen sogar weiter anziehen. Düsseldorf liege im Vergleich der größten deutschen Städte sowohl bei der Kaufkraft als auch beim "einzelhandelsrelevanten Umsatz-Niveau" hinter München auf Platz zwei. Den Abfluss von Kaufkraft aus der Stadt in das Umland ins Verhältnis zum "Kaufkraft-Import" gesetzt, belegt Düsseldorf sogar Rang eins. Wulff Aengevelt erklärt das so: "Nach Düsseldorf kommt 31 Prozent mehr rein, als raus geht."
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