Interesse aus dem Ausland: Kö-Galerie steht zum Verkauf
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 24.03.2006 - 10:01Düsseldorf (dto). Erstmals tauchte das Gerücht auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes auf, gestern wurde es bestätigt: Kö-Architekt Walter Brune will einige seiner Objekte zum Verkauf anbieten, darunter u.a. die Kö-Galerie. Im Gespräch mit der Rheinischen Post bestätigte Brune seine Absicht - insgesamt neun seiner Immobilien, die Hälfte seines Besitzes, habe er auf den Markt gebracht. Was dann wirklich verkauft werde, hänge von den Preisen ab, die ihm geboten werden.
In diesem gigantischen Paket sind neben der Kö-Galerie der Schwanenmarkt in Krefeld, das Rhein-Ruhr-Centrum in Mülheim, der Prinzenpark (Hansaallee) und das neue Büro-Zentrum Nord, das erst in den nächsten Tagen um ein neues Konferenzzentrum erweitert wird. Brune: „Die Banken haben mir dringend geraten, jetzt zu verkaufen, weil der Markt so günstig ist wie nie. Vor allem ausländische Investoren haben großes Interesse daran, in Deutschland Kapital zu investieren. Deren Meinung von Deutschland ist derzeit besser als die vieler Deutscher.“
Das Verkaufsangebot läuft im Rahmen eines so genannten Bieterverfahrens über das Bankhaus M.M. Warburg & Co. Sie werden rund 30 international tätige, potenzielle Kunden ansprechen und sie mit den detaillierten Infos zu den einzelnen Gebäuden versorgen. Dann werden die Angebote gesichtet, es gibt Verhandlungen und ggf. kommt es zum Verkauf.
Brune selbst wollte sich nicht zum denkbaren Wert des Pakets äußern, Branchenexperten schätzen aber, dass allein die vier größten Objekte (darunter die Kö-Galerie) einen Betrag von rund 300 Millionen Euro bringen würden.
Dass er sich ausgerechnet jetzt von den Häusern trennt, liegt nach Brunes Aussage vor allem an den günstigen Preisen, die er augenblicklich erzielen kann. In der Branche glaubt man allerdings auch, dass der inzwischen 80-Jährige kürzer treten will. Insider sind sicher, dass das Angebot auf dem Markt auf großes Interesse stoßen wird, weil die Objekte größtenteils gut laufen, bzw. gut vermietet sind.
In der Kö-Galerie, in der es auch eine Reihe von Leerständen gab, sind inzwischen nach Brunes Angaben alle Läden vermietet. Das Zentrum, das übrigens mit 50000 Quadratmetern mehr Büro- als Verkaufsflächen hat, gilt unter Einzelhandelsfachleuten jedoch als „in die Jahre gekommen“ und renovierungsbedürftig. Brune allerdings behauptet, zuletzt wieder steigende Besucherzahlen registriert zu haben. Die Galerie, in den 80-er Jahren erbaut, hat das Bild der Kö entscheidend geprägt und umliegenden Nebenstraßen zusätzliche Käufer gebracht.
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