Düsseldorfer starten Online-Shops: Kö goes Internet
VON DAGMAR HAAS-PILWAT - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 16:43Düsseldorf (RPO). Ein Lederparka von Brunello Cucinelli für 3000 Euro oder ein Dior-Kleid für 1350 Euro nicht auf der Kö kaufen, sondern mal eben nachts online bestellen? Kein Problem: Denn die Frage, ob Luxusmarken ins Massenmedium Internet gehören, ist inzwischen kein Thema mehr. In Düsseldorf eröffnet Eickhoff diese Woche seinen virtuellen Shop, nächste Woche folgt Apropos und bei Jades wird schon seit 2007 Jahren erfolgreich erst geklickt und dann gekauft.
Vor zwei Jahren war schon alles geplant. „Aber dann fanden wir es eine gute Idee, mit unserer ersten Filiale zu warten, bis die Kinder ins Geschäft einsteigen”, sagt Susanne Asbrand-Eickhoff. Doch seitdem sie und ihr Mann Stefan offiziell die Nachfolge des Firmengründers Albert Eickhoff angetreten sind, wollen die beiden es lieber selber wissen: Der Countdown läuft, am Samstag geht Eickhoff, eines der letzten so erfolgreich in Familienhand geführten Mode-Einzelhandels-Geschäfte Europas, online.
An der Kö 30 ist die neue Abteilung veryeickhoff.com in einer eigenen Etage eingezogen: Fünf neue Mitarbeiter kümmern sich dort um die Logistik und den Verkauf im virtuellen Shop. Angefangen bei den Kartonagen und Verpackungsbändern bis hin zum Fotostudio wurde alles neu eingerichtet und entworfen. Zusammen mit einer Hamburger Werbeagentur haben die Asbrand-Eickhoffs ihren jüngsten Vertriebsweg entwickelt „Ein ordentlicher Kraftakt”, sagt die Chefin, abgesehen von den mehreren hundert tausend Euro an Investition. Die sollen sich bis Ende 2010 rentiert haben. „2011 sind dann 1,5 Millionen Euro Umsatz zusätzlich mit E-Commerce geplant”.
Woher sollen die Kunden kommen? „Seit Jahren reisen viele aus ganz Deutschland an, um bei uns einzukaufen”, erklärt Susanne Asbrand-Eickhoff. „Für die werden wir erreichbarer und natürlich für junge Leute, die fast die Hälfte ihrer Zeit im Internet verbringen.” Und 16-Jährige würden durchaus fünfstellige Summen für Marken-Kleider ausgeben, heißt es. Luxus-Mode im Internet gilt als der am schnellsten wachsende Vertriebsweg.
Die Hemmschwelle sinkt, neue Kunden gewonnen, denn zum Shopping-Glück reichen immer öfter Computer, Internet und Maus. Zwangloses Stöbern im Netz zu alles Tages- und Nachtzeiten von überall auf der Welt. Man muss nicht mehr mit großen Tüten durch die Stadt laufen und gesehen werden, „secret shopping” ist in. Außerdem informieren sich immer mehr Kunden online, bevor sie ein reales Geschäft betreten, erklären Klaus Ritzenhöfer und Daniel Riedo von Apropos.
Ihre Concept Stores in Düsseldorf und Köln mit all den Luxus-Produkten vom edlen Duft bis zum angesagten Pumps werden als erste deutsche Geschäfte dieser Art überhaupt am 3. Dezember als apropos-store.com im virtuell gestylten Fashion- und Lifestyle-Portal Premiere haben. Der stationäre Handel verliert damit nicht zwangsläufig an Bedeutung. Diese Erfahrung macht „Jades”-Chefin Evelyn Hammerström bereits seit zwei Jahren.
Jades24.com ergänzt die Geschäfte, kann aber gerade das bei Mode so wichtige Gefühl von Sehen, Fühlen, Anprobieren nicht ersetzen. Das beweisen auch Versender wie H&M oder der Düsseldorfer Konzern C&A, die seitdem ihre Umsätze sogar verdoppeln.
Alle Händler mit Luxus-Marken werden nach Ansicht von Niklas Mahrdt , Professor und E-Commerce-Experte an der Rheinischen Fachhochschule Köln, im Internet verkaufen. Schnellere Verbindungen und verbesserte Software ermöglichen in Zukunft noch besseren Service: detaillierte Ansichten, Styling-Tipps, mehr Videos der Produkte, mehr Austausch mit den Konsumenten.
Das bedeutet, aber auch „wir werden durchsichtiger, für Kunden und Mitbewerber”, meint Susanne Asbrand-Eickhoff, wenn der Style von der Kö per Klick frei Haus kommt.
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