Kunstmessen starten fast gleichzeitig: Köln und Düsseldorf buhlen um Kunstfreunde
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 10:03Auch in Sachen Kunst treten die Rivalen am Rhein nun gegeneinander an. In den kommenden Tagen buhlen gleich zwei internationale Kunstmessen in Köln und Düsseldorf um die Gunst der Kunstfreunde und Sammler. Am Mittwoch beginnt in der Domstadt die Art Cologne, die bereits auf eine 40-jährige Geschichte zurückblickt. In Düsseldorf geht einen Tag später erstmals die duesseldorf contemporary an den Start.
Die art cologne ist die älteste Kunstmesse der Welt. In diesem Jahr wechselt sie erstmals von ihrem traditionellen Herbsttermin ins Frühjahr. Die wohl radikalste Neuerung, die Art Cologne Direktor Gérard A. Goodrow der seit Jahren schwächelnden Schau verordnet hat.
"Das Kaufverhalten von Galerien und Sammlern hat sich vom Herbst weg mehr ins Frühjahr verschoben. Die Art Cologne als eine von professionellen Sammlern bevorzugte Kunstmesse profitiert davon mit ihrem Apriltermin", sagt Goodrow. Doch der vermeintlich große Wurf ist nicht viel mehr als schiere Notwehr. Die erstarkende internationale Konkurrenz im Herbst und ein anhaltend reger Kunstmarkt hatten zunehmend weniger Respekt vor der lange unangefochtenen Leitmesse gezeigt.
Bis Sonntag stellen rund 200 Galerien aus dem In- und Ausland auf dem Gelände der Kölnmesse ihre Arbeiten vor. Zu den Höhepunkten gehören eine komplette Fotoserie von Candida Höfer, der Dialog von Papier- und Bronzearbeiten von Jaques Lipchitz sowie neue Arbeiten von Günther Uecker. Die Kölnmesse erwartet wieder rund 70 000 Interessenten.
Konkurrenz kommt aus Düsseldorf: Das Verlagshaus Gruner + Jahr hat in der Landeshauptstadt eine neue Kunstmesse ins Leben gerufen - die duesseldorf contemporary (dc), die am kommenden Donnerstag erstmals an den Start geht. Rund 85 Galerien aus 14 Ländern präsentieren dort zeitgenössische Kunst. Echte Konkurrenz mag der Düsseldorfer Messedirektor Walter Gehlen zwischen den beiden Messen nicht sehen, allenfalls einen "befruchtenden" Wettbewerb: "Viele Leute, insbesondere Sammler, bewerten das als sehr positiv, weil sie an einem Wochenende viel geboten bekommen."
Zwei große Kunstmessen in knapp 50 Kilometer Entfernung - das komme gerade Besuchern aus dem Ausland entgegen, meint Gehlen. Dass das doppelte Angebot mehr Besucher in die Stadt lockt als bei einer einzelnen Kunstmesse, hofft auch die Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH. "Dadurch, dass beide Messen zur gleichen Zeit stattfinden, wird die Kunstszene im Rheinland nur gestärkt", sagt Sprecher Marco Lippert.
Um Galerien haben sich die Messeveranstalter in Köln und Düsseldorf laut Gehlen kaum streiten müssen. "Wir haben eine sehr geringe Schnittmenge mit der Art Cologne", sagt der dc-Direktor. In Köln stehe seit jeher etablierte Kunst im Vordergrund - Klassische Moderne und Nachkriegskunst. Davon will sich die dc mit ihrem Fokus auf zeitgenössische Kunst abgrenzen. Gerade junge Künstler liegen den dc-Kuratoren am Herzen. Nur 15 Galerien hätten beide Messen gleichzeitig eingeladen, erzählt Gehlen: "Zwölf davon haben uns zugesagt. Ein Teil der Galeristen präsentiert sich einfach auf beiden Messen."
Für den Standort Düsseldorf sei eine Messe für Gegenwartskunst längst überfällig gewesen, meint Gehlen: "Düsseldorf hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland die Pole Position in der zeitgenössischen Kunst erkämpft." Gefehlt habe nur noch die passende Messe.
Die duesseldorf contemporary läuft vom 19. bis 22. April auf dem Messegelände in Düsseldorf. Die Messe ist Donnerstag bis Samstag von 13.00 bis 21.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet 15 Euro, ermäßigt 9 Euro. Die Art Cologne ist vom 18. bis 22. April von 12.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 20 Euro, ermäßigt 14 Euro.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





