Neujahrsversteigerung 2006: „Königsallee im Schnee“ für 5.000 Euro
VON SARAH BRÄUTIGAM - zuletzt aktualisiert: 23.01.2006 - 08:24Düsseldorf (dto). „Sommerschönheit am Rhein“ und „U-Bahn 1“ hießen nur zwei von insgesamt 37 Bildern, um die bei der 7. Neujahrsversteigerung der Kunstakademie am Sonntag im Düsseldorfer Rathaus hartnäckig geboten wurde. Diesmal hatten die Kunststudenten ihrer Kreativität zum Thema „Düsseldorfer Ansichten“ freien Lauf gelassen und präsentierten eine sehr vielfältige Palette an Motiven und Stilen. Einige Tausend Euro kamen bei der Charity-auktion im Rathaus zusammen.
Frei nach der Devise „Sich selbst und anderen Gutes tun“ erfreut sich die Auktion der besonderen Art bei Kunstliebhabern jeden Alters schon seit Jahren höchster Beliebtheit. Denn sie ermöglicht nicht nur den Erwerb hochwertiger Kunstwerke fürs heimische Wohnzimmer zu moderaten Preisen, sondern dient gleichzeitig der Unterstützung begabter Nachwuchskünstler und sozial Bedürftiger.
„Dieses Jahr sind die Bilder besonders toll“, schwärmte die Organisatorin Gabriella Picariello zu Beginn der Versteigerung. Und besonders gelungen war dann auch der Auftritt des Schirmherren der Aktion Joachim Erwin. Eigentlich wollte der Oberbürgermeister nur ein paar einleitende Worte sprechen, aber nachdem der Auktionator Karl-Heinz Theisen aufgrund einer Autopanne leider nicht pünktlich eintraf, sprang er spontan und zur Erheiterung des rund 500-köpfigen Publikums kurzfristig als dessen Stellvertreter ein.
Das collagenartige Bild mit dem knappen Titel „Trinkhalle“ von Maren Maurer brachte Erwin dann auch erfolgreich, für die stolze Summe von 2.100 Euro, an den Mann. Wenig später folgte das höchste Gebot des Abends; 5.000 Euro waren dem Meistbietenden die „Königsallee im Schnee“ der Chinesin Xin Zhou wert. Der mittlerweile eingetroffene Karl-Heinz Theisen animierte die Zuschauer ebenfalls mit flotten Sprüchen zu „unerbittlichen Gebotskämpfen“. Zum Schluss wurde die zweithöchste Summe von 3.300 Euro für das expressionistisch anmutende Bild „Schulstraße mit zwei Katzen und Maxkirche“ von Alexander Heidebrecht bezahlt.
Sehr zufrieden zeigte sich die anwesende Meisterschülerin Marina Sailer. Ihr symbolisch auf-gebautes Ölbild „Am Rhein“, in dessen Zentrum eine weiße Taube zu sehen ist, kam für 1.600 Euro unter den Hammer. Für die junge Weißrussin war es allerdings nicht die erste Teilnahme an der auch bei den Nachwuchskünstlern sehr beliebten Aktion. Die Studenten wären schwer daran interessiert, eine der von der Schlösser-Brauerei gestifteten Leinwände zu ergattern, erzählte Sailer, denn bei der Versteigerung könnten sie ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen und obendrein gingen noch 90 Prozent der Verkaufssumme an den Künstler selbst. Die restlichen 10 Prozent wurden in diesem Jahr übrigens an die „Düsseldorfer Tafel“ gespendet, die sich um die Verpflegung von Obdachlosen und bedürftigen Familien kümmert. Dem karitativen Verein kamen ebenfalls die 1.700 Euro zugute, die für eine zusätzlich ver-steigerte Grafik des Altmeisters Jörg Immendorff gezahlt wurden.
Insgesamt 50.150 Euro ließen sich die vorwiegend aus Düsseldorf stammenden Auktionsbesucher den Abend kosten. Eine Summe, mit der alle Beteiligten hoch zufrieden sein konnten, zumal die ehemalige Rekordsumme vom letzten Jahr um 450 Euro überboten wurde. – Und wer weiß, welche Wertsteigerungen die Werke im Laufe der nächsten Jahre noch erleben werden ...
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