Klimaschädliches Gas: Kohlekraftwerk Krefeld bringt dreckige Luft
zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 - 09:50Düsseldorf (RPO). Das Kohlekraftwerk auf der Lausward hat der Stadtrat mit Erfolg abgelehnt, weil er die Luftverschmutzung für Düsseldorf nicht hinnehmen wollte. Aber der Landeshauptstadt droht trotzdem dicke Luft durch ein Kohlekraftwerk.
Denn ein solches soll in Krefeld-Uerdingen gebaut werden. Und die nordwestlichen Winde würden vor allem das klimaschädliche Gas CO2 nach Düsseldorf blasen und hier die Luft verschmutzen.
"Die Stadt Düsseldorf wird bei dem Anhörungsverfahren der Bezirksregierung ihre Bedenken deutlich machen, dass der Klimaschutz durch ein Kohlekraftwerk auch in Düsseldorf erschwert wird", erklärte daher Umweltdezernentin Helga Stulgies im Düsseldorfer Ratsausschuss für Umweltschutz. Denn Düsseldorf will für den Klimaschutz den Ausstoß von CO2 bis 2012 um zehn Prozent unter das Niveau von 2007 senken, bis 2050 soll die Stadt sogar CO2-neutral sein.
Umweltschützer befürchten, dass diese Ziele kaum zu erreichen sind, wenn das klimaschädliche Gas aus Nachbarstädten nach Düsseldorf kommt. Klimaschutz kenne eben keine Grenzen, eine gemeinsame Politik in der Region müsse gefunden werden.
"Es ist mehr als bedauerlich, dass Krefeld nicht dem Düsseldorfer Beispiel folgt, statt eines Kohlekraftwerks ein Gaskraftwerk zu bauen", sagt auch Iris Bellstedt, Fraktionssprecherin der Grünen im Rathaus. Sie hofft nun, dass sich in dem öffentlichen Verfahren bei der Bezirksregierung viele Bürger melden und ihren Protest gegen das Kohlekraftwerk dokumentieren. Eingaben und Stellungnahmen können bei der Bezirksregierung noch bis zum 28. Juni abgegeben werden.
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