Ausstellung im Filmmuseum: Kommissarin zurück am Tatort
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 20.12.2010 - 08:43Düsseldorf (RPO). Im Düsseldorfer Filmmuseum ist noch bis zum 9. Januar die Ausstellung "40 Jahre Tatort" zu sehen. Zwischendrin werden die erfolgreichsten Krimifolgen im benachbarten Kino noch einmal gezeigt. Gestern war Ex-Kommissarin Miriam Koch alias Roswitha Schreiner dabei.
"Vielen Dank, dass Ihr Euch durch den Schnee gekämpft habt!", rief Roswitha Schreiner den Besuchern in der "Black Box" zu. Die Schauspielerin legte gestern auf dem Weg von Berlin nach Bali eine Zwischenstation in Düsseldorf ein. Sie kam als Ehrengast zu einer Matinee ins Filmmuseum, in dem zur Ausstellung "Im Fadenkreuz – 40 Jahre Tatort" eine Auswahl von 23 herausragenden Krimis gezeigt wird. Die gestrige Folge "Heilig Blut" von 1996 hält bis heute den Zuschauerrekord von zwölf Millionen. Es war einer der 15 Düsseldorfer "Tatorte" mit Martin Lüttge als Kommissar Bernd Flemming und Roswitha Schreiner als Kommissarin Miriam Koch. "Den riesigen Erfolg hatten wir sicher Maria Schell zu verdanken", gab Roswitha Schreiner im Gespräch mit den Filmmuseum-Chefs Bernd Desinger und Matthias Knoop zu. "Aber es ist tatsächlich mein Lieblingskrimi. Schon die Dreharbeiten in Tschechien waren ein Abenteuer für sich."
Adresse Filmmuseum, Schulstraße 4, Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch bis 21 Uhr, Eintritt 4 Euro. Die Ausstellung „Im Fadenkreuz -- 40 Jahre Tatort“ wurde bis zum 9. Januar verlängert.
Roswitha Schreiner drehte von 1992 bis 1997 als Kommissarin Miriam Koch 15 Düsseldorfer Tatort-Folgen. Heute kommen die WDR-Krimis aus Köln und Münster.
Man musste ins Ausland ausweichen, weil es in einem deutschen Kloster keine Dreherlaubnis gab. "Eine Nonne, die Selbstmord begeht, durfte einfach nicht sein", sagt Schreiner. Düsseldorf wurde ohnehin nur selten als Fernsehkulisse gebraucht. "Fast alles wurde in München gedreht, weil die Bavaria die Filme produzierte. Zu Außenaufnahmen kam unser Team immer nur für drei Tage in die Stadt." Umso erfreuter war sie, als sie bei ihrem Oktober-Gastspiel mit "Ein Teil der Gans" im "Theater an der Kö" noch so oft auf den "Tatort" angesprochen wurde. Man fragte sie sogar, ob sie hier wieder einen Krimi drehe. Vom Publikum hatte sie dann auch erfahren, dass in der gerade eröffneten Ausstellung im Filmmuseum ausgerechnet der Düsseldorfer "Tatort" verschwiegen wurde. "Wir hatten dazu kaum Material vom WDR bekommen", erklärt Bernd Desinger, der das Manko schnell wieder wettmachte.
Weil die Schau noch immer viele Liebhaber findet, wurde sie bis zum 9. Januar verlängert. "In den nächsten Tagen erwarten wir den 10 000. Besucher, das ist für unser Haus eine ganze Menge", sagt Desinger und lobt die Zusammenarbeit mit der Polizei: "Wir waren dankbar für kleine fachliche Korrekturen zur Ausstellung." Wenn am 23. Dezember mit "Mord in der Akademie" ein weiterer Düsseldorf-Krimi in der "Black Box" läuft, sind 50 Polizisten dabei und feiern den Geburtstag eines Kollegen. Roswitha Schreiner spielte von 1992 bis 1997 im "Tatort" mit.
Der WDR war durch ihre Serie "Liebling Kreuzberg" dazu angeregt worden, "die Kleine" neben Martin Lüttge und Klaus J. Behrendt (der 1993 ausstieg und jetzt in Köln ermittelt) zu verpflichten. "Ich überlegte mir gut, wie ich mich zwischen den beiden Kerlen etablieren und mich von Ulrike Folkerts, der damals einzigen Kommissarin, unterscheiden, könnte", erinnert sie sich. "Lederjacke und Hosen kamen nicht in Frage. Also beschloss ich, auf Stöckelschuhen und im Minirock auf Verbrecherjagd zu gehen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Aufsehen ich in den 90er Jahren damit erregte." Ihr heutiger "Tatort"-Favorit kommt aus Münster: "Jan Josef Liefers ist unschlagbar."
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