Kundschaft bleibt außerhalb: Konkurrenz für Düsseldorf
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 - 07:26Düsseldorf (RPO). Der Einzelhandel beobachtet mit Sorge, dass die Kundschaft aus den Nachbarstädten ausbleibt und fordert eine bessere Darstellung in der Außenwirkung. Die DMT arbeitet an Ideen zur Vermarktung der Einkaufsstadt.
Für. den Düsseldorfer Einzelhandel ist das eine neue Erfahrung. Auf der Suche nach den Ursachen für die inzwischen deutlich erkennbare Käuferzurückhaltung steuert Dirk Henckel eine bisher wenig berücksichtigte Erkenntnis bei: "Die anderen sind besser geworden."
Die anderen, das sind nicht nur klassische Einkaufsstädte wie Duisburg oder Essen, die in den Augen des Sprechers der Düsseldorfer Einzelhandler "unheimlich aufgedreht haben". Gemeint sind auch "die Kleinen" in der unmittelbaren Nachbarschaft. "Die machen einen guten Job und nutzen ihre Chancen mit guten Konzepten." Neuss mit der Neugestaltung seiner Innenstadt ist in den Augen des Saturn-Chefs an der Kö dafür ein Beispiel.
"Außenwerbung verstärken"
Henckel argumentiert, dass Düsseldorf mit seinem gesunden Branchenmix, den attraktiven Einkaufcentern und vielen Fachgeschäften gut aufgestellt ist. "Allerdings stellen wir unser Licht unter den Scheffel und sollten dringend darüber nachdenken, wie wir unsere Außenwerbung verstärken."
Beunruhigt sind die Düsseldorfer über ein Umsatzminus, das nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes auf bundesweitem Niveau liegt. Demnach nahmen sie im März 1,8 Prozent weniger ein als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im ersten Quartal summierte sich das Minus sogar auf 3,1 Prozent im Vergleich zu den ersten Monaten in 2008. Für 2009 erwartet der Branchenverband HDE bestenfalls stagnierende Umsätze und befürchtet vor allem in der zweiten Jahreshälfte wegen steigender Arbeitslosigkeit sogar schwächere Geschäfte.
"Die Stimmung ist nicht so dolle", gibt die Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes, Waltraud Loose, ihren Eindruck aus Gesprächen mit Düsseldorfer Händlern wieder. Drei Gründe würden genannt: Die Wirtschaftskrise, die Baustellen in der Stadt und der Einfluss der Düsseldorf Arcaden in Bilk. "Vermisst werden in den Parkhäusern auch die gewohnten Autokennzeichen aus Städten wie Neuss, Mettmann, Ratingen oder Langenfeld", sagt Loose.
Henckel lässt das Baustellen-Argument nicht gelten. "Man kann ein tiefes Loch zwar nicht wegdiskutieren, aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Leute von draußen nicht zu unseren Geschäften kommen können." Die Stadt habe die Schwierigkeit der U-Bahn-Arbeiten bisher "sauber und vernünftig gelöst. Gleicher Meinung ist der Chef des Kaufhofes an der Kö und Vorsitzende des Forums Stadtmarketing, Günter Knie. Düsseldorf bleibe trotz des U-Bahn-Baus für Auswärtige attraktiv.
Die Forderung nach gemeinsamen Überlegungen zur besseren Vermarktung ist auch bei der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT) angekommen. "Wir sind in der konzeptionellen Phase und sind kreativ", meldet DMT-Chefin Eva-Maria Illigen Günther. In drei bis vier Wochen sollen die ersten Ergebnisse vorgestellt werden. Ob sich der Einzelhandel dem dann anschließt, werde sich zeigen.
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