Portal kommt gut an: Konkurrenz zum Studi-VZ
VON ALEXANDER RUTH - zuletzt aktualisiert: 18.02.2008 - 18:03Düsseldorf (RPO). Vier Düsseldorfer Jungs wollen mit ihrem Portal „blogage.de“ den Branchenriesen Beine machen: Bei ihnen sollen keine Adressen verkauft werden, 20 Prozent ihrer Einnahmen sollen immer aus Spenden kommen.
Genau 281 Personen haben das Internet-Portal „Blogage“ getestet - und alle kamen zum gleichen Urteil: sehr gut. Das stimmt die vier Düsseldorfer Studenten optimistisch, die mit „blogage.de“ den Großen der Branche, wie „StudiVz“ und „Facebook“, ein wenig Konkurrenz machen wollen. Und dabei wissen Frederik Aust, Stephan Dörner, Lukas Bombach und Mutwin Kraus genau, wie sie Internet-Nutzer für ihre Seite gewinnen können und einen wirklichen Unterschied zu den anderen darstellen.
„Wir haben eine strenge Firmenethik“, erklärt Sozialwissenschafts-Student und Ideengeber Stephan Dörner (26). Von Anfang an haben sich die vier jungen Männer soziales Engagement und Datenschutz auf die Fahnen geschrieben. „20 Prozent unserer Einnahmen werden immer gespendet werden“, sagt Mitbegründer Frederik Aust (21). Der Verkauf von Nutzerprofildaten kommt für sie nicht in Frage.
Dass die vier Düsseldorfer Jungs heute in solch verantwortungsvollen Dimensionen denken dürfen, verlangte eine Menge Arbeit. Die Softwareentwicklung stellte den größten Aufwand dar. Schon Ende 2005 war die Idee geboren. Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Gründer an verschiedenen Universitäten in Deutschland verteilt, trafen sich in Internetforen und hatten die Idee einer besseren und einfachen Seite für „Jedermann“. „Sogar meine Oma soll blogage benutzen können“, sagt Frederik Aust mit einem Lachen. Und so wurden jetzt mehrere Möglichkeiten der Einführung für die potentiellen Neuankömmlinge geschaffen. Mit Kurzeinleitungen in kleinen Schritten und Mini-Videos können sich die Besucher der Seite schnell zurecht finden. Wer es einmal geschafft hat, dem stehen dann viele Möglichkeiten offen. Sogar des deutschen Internet-Users Lieblingssport: das Filesharing. MP3, Videos, Bilder und Texte können von den Nutzern hoch- und auch runtergeladen werden. „Wurde die Raumsonde Rosetta verfolgt?“ und „Terrorstrom“ heißen einige der Blogthemen, die User erstellt haben. Nun warten sie, dass sie kommentiert werden.
Rund 1800 Euro haben die vier Studierenden in die Firma investiert. Kleine Werbeeinblendungen und kostenpflichtige Premium-Accounts mit größerem Speicherplatz sind nun die Haupteinnahmequelle der vier Studenten. „Über die Spendevergabe können die Nutzer abstimmen“, erklärt Stephan Dörner. So erkundigten sich die Jungunternehmer beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) nach zehn Organisationen, die das Spenden-Siegel des Instituts tragen. Verantwortungsbewusst und kritikfähig präsentiert sich die Internetseite und wartet nun auf zahlreiche „Neu-Blogger“.
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