Erneute Kandidatur Hocks?: Kortmanns Schlappe – SPD droht Streit
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Düsseldorf (RPO). Bei den Genossen wird in diesen Tagen viel gerechnet: 35,3 Prozent hat Karin Kortmann bei der Wahl geholt und gegen Elbers haushoch verloren. Trotz einer nicht näher zu beziffernden Zahl von Grünen-Stimmen. 2004, als Gudrun Hock gegen Erwin antrat, holte die rote Kandidatin 36,4 Prozent – allein, ohne Unterstützung.
Da kommt in den Kulissen der SPD offenbar so mancher ins Grübeln. Vor allem dem früheren Fraktions-Chef Hans-Otto Christiansen wird von „Parteifreunden“ unterstellt, er betreibe nach wie vor die erneute Kandidatur Hocks. Die war am Wahlabend bei ihren Genossen im Saal und guckte unbewegten Blicks auf die Zahlen, die da nach und nach eingingen. Auch SPD-MdB Michael Müller schaute sich das rot-grüne Debakel an. Er streitet mit Kortmann um einen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl und gilt nicht wenigen seiner Genossen ebenfalls als Spaltpilz im lokalen Gefüge der SPD. Droht den Sozialdemokraten nun ein neuer parteiinterner Streit?
Nicht auszuschließen – zumal Gudrun Hock bereits erklärt hat, sie wolle Bürgermeisterin für die SPD bleiben, es aber starke Kräfte in der Partei gibt, die diesen Job lieber bei Günter Wurm sähen. Kortmann auch, heißt es.
Die Kandidatin wollte das gestern, einen Tag nach der Wahl, nicht kommentieren und auch nicht näher auf Personalstreitigkeiten eingehen. Sie wird heute nach Berlin fliegen, wo sie morgen als Staatssekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit an einer Kabinetts-Sitzung teilnimmt, außerdem hat sie eine Besuchergruppe aus Düsseldorf zu betreuen.
Aber gestern Abend war sie in der Ratsfraktion der SPD. Dort wurde der Ausgang der Wahl diskutiert, man suchte nach Erklärungen für das schlechte Abschneiden der Kandidatin.
Vor der Sitzung aber hatte Kortmann klar gemacht, dass sie „meine Ratsmitglieder“ auf den Kampf in den nächsten Monaten einstimmen wolle. Der Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters sei mit gerade mal sechs Wochen viel zu kurz gewesen, vor allem für sie als in Düsseldorf noch nicht etablierte Politikerin. Doch nun habe man bis zur Kommunalwahl 2009 (7. Juni) noch neun Monate Zeit. Diese Zeit müsse man nutzen, um gemeinsam klar zu machen, warum es sich lohne, für die SPD an die Wahlurne zu gehen.
Kortmann sieht dabei vor allem die Ratsmitglieder in der Pflicht. Die müssten in ihren Wahlbezirken aktiver werden, sich häufiger zeigen und ihre Arbeit im Rat und in den Ausschüssen besser nach draußen kommunizieren. Auf jeden Fall pocht die SPD-Chefin auf Einigkeit und Geschlossenheit nach außen. Neuen Streit will sie verhindern.
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