Bonjour Russland: Kraft und Spannung im Tanz
zuletzt aktualisiert: 13.10.2007 - 13:01Als letztes Bild der Serie von RP und Antenne Düsseldorf zur Ausstellung Bonjour Russland im museum kunst palast zeigen wir „Der Tanz“ (1910) von Henri Matisse.
Der Tanz ist eine Hälfte von zwei zusammengehörenden, großformatigen Gemälden. „Die Musik“ ist das Gegenstück, beide Gemälde wurden von Sergej Shchukin in Auftrag gegeben, der die erste Version, „Die Freuden des Lebens“, gesehen hatte. Beide Bilder waren für seine Stadtvilla in Moskau gedacht und bildeten, bis zur Revolution 1917 nebeneinander hängend, eine Einheit.
Auf dem 260 mal 391 Zentimeter großen Panel tanzen fünf nackte, sich an den Händen haltende Figuren. Ihre Körper drehen und wenden sich zum Rhythmus. Jeder Muskel in ihrem Körper scheint gespannt und ihre Energie überträgt sich auf den Boden, auf dem sie tanzen: Die grüne Erde scheint unter den kraftvollen, lebendigen Schritten nachzugeben und wie eine gespannte Bogensehne zurück zu springen.
Die nach vorne geneigten Köpfe und nach oben gespannten Arme unterstreichen die Schwungkraft sowohl nach außen, als auch ins Innere des Reigens.
Die Tanzenden erstrecken sich in jede Ecke der Leinwand. Ihre orange-farbenen, stark umrandeten Körper kontrastieren stark mit dem leuchtenden Blau des Himmels und dem kräftigen Grün. Mensch, Himmel und Erde bilden eine Einheit. Trotz der gespannten Atmosphäre gibt Matisse keine Emotion bis auf die Energie der Tanzenden preis.
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