Am Steinberg: Künstler ins alte Bahn-Depot?
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 21.10.2010 - 07:59Düsseldorf (RPO). Im Frühjahr verlässt die Rheinbahn ihre Hallen Am Steinberg in Bilk. Die werden nicht lange leer stehen: Die FDP möchte dort eine historische Bahn stationieren, die CDU will für Absolventen der Kunstakademie Ateliers schaffen.
Im Februar verlässt die Rheinbahn ihr altes Depot Am Steinberg im Stadtteil Bilk – das Gemäuer, das derzeit noch von den alten "gelben" und "roten" Bahnen genutzt wird, ist für den Verkehrsbetrieb überflüssig.
Der Fraktionschef der FDP, Manfred Neuenhaus, möchte dort später gern die Basisstation für die historischen Bahnen der Rheinbahn installieren. Dem FDP-Verkehrsexperten schwebt eine Art ausgebaute und entsprechend gestaltete historische Stätte vor, an der Düsseldorfs Entwicklung der Bahn und der Elektrifizierung sichtbar und begreifbar gemacht werden könnte. Dafür würde er gern die beiden Hallen einrichten, das Wort "Museum" mag er allerdings nicht benutzen.
Karnevalisten bleiben
Unberührt von den Plänen sind die Karnevalisten. Sie belegen die früher für Busse genutzte Halle nebenan. Einschließlich der Räume von Wagenbauer Jacques Tilly, der einen Teil der Halle als Werkstatt nutzt. Rund um das Depot plant die Stadt eine umfassende Wohnbebauung im Stil so genannter Stadthäuser.
Mit dieser Idee ist er jedoch auf Kollisionskurs zum Polit-Partner CDU. Bei der Union schwebt vor allem Kulturpolitiker und Bürgermeister Friedrich G. Conzen eine ganz andere Nutzung der frei werdenden Rheinbahnhallen vor: Er würde dort gern Ateliers für Absolventen der Kunstakademie einrichten. Vertreter der Hochschule, die sich das Gebäude angesehen haben, waren nach Aussage von Unions-Politikern hellauf begeistert vom Ambiente der über 100 Jahre alten Gemäuer, die – für ihre Entstehungszeit typisch – das Licht aus schräg stehenden Dachfenstern erhalten. Conzen würde den angehenden Künstlern das Gelände gern anbieten, weil er sie so in der Stadt zu halten hofft und Düsseldorf nicht länger dabei zuschauen muss, wie sie abwandern.
Dieser Plan wird unterstützt vom Rektor der Akademie, Tony Cragg. Er hat sich die Hallen bereits angeschaut und ist ebenfalls sehr angetan. Seine Idee: Die Jahrgangsbesten, die den Akademie-Brief erhalten haben, können in den Hallen ein Aufbaustudium absolvieren, das von der Akademie begleitet wird.
Wenn man den "fertigen" Künstlern solche attraktiven Ateliers biete, dann verhindere man, dass viele von ihnen beispielsweise nach Berlin abwandern, wo sie reizvolle und günstige Unterkünfte finden. Die Kosten für die Herrichtung der Hallen würden sich die Akademie, das Land und die Stadt zu je einem Drittel teilen, heißt es.
Liberale sind kompromissbereit
Wie CDU und FDP sich nun einigen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. FDP-Mann Neuenhaus signalisierte, kompromissbereit zu sein. Er meint allerdings auch, dass es noch weitere Hallen gebe, die für Künstler geeignet sind. Für die historische Bahn komme jedoch wegen der Gleisanschlüsse nur der Steinberg in Frage.
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