Dinner Shows haben Konjunktur: Kulinarisches mit Spaß-Faktor
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008 - 07:55Düsseldorf (RPO). Fein essen gehen und zwischen den Gängen ein Unterhaltungsprogramm genießen – die so genannten Dinner Shows haben Konjunktur. Ab Sonntag präsentiert Alfons Schuhbeck sein Menue im Capitol Theater, und von Mittwoch an kocht Peter Nöthel im Spiegelpalast am Mörsenbroicher Ei. Die Nachfrage bei beiden Shows ist groß.
Als Hans Peter Wodarz vor 20 Jahren mit seinem Programm „Panem et Circenses“ die Dinner-Show ins Leben rief, da wurde er zunächst von Kollegen und Feinschmeckern belächelt. Doch das änderte sich. Shows mit Akrobatik und Clownerie, kombiniert mit recht gutem Essen, schossen im Laufe der Jahre wie Pilze aus dem Boden.
2003 kam Eckart Witzigmann zum ersten Mal mit seinem Palazzo nach Düsseldorf. Capitol-Chef Thomas Krauth holte seinen Freund, Fernsehkoch Alfons Schuhbeck, ein Jahr später in den Club des Capitols zu einer Show. Witzigmann stieg aufs Schiff um, mit dem er in den vergangenen Jahren ab und an am Rhein anlegte.
Still um die Shows geworden
Dann wurde es still um die Dinner-Shows. Doch jetzt herrscht wieder Hochbetrieb in Sachen gutes Essen und Unterhaltung.
Sonntag und Mittwoch feiern gleich zwei Shows mit Spitzenköchen Premiere. Zum Leidwesen mancher heimischer Gastronomen, die um ihr Weihnachtsgeschäft fürchten. Zum zweiten Mal kommt Münchens Sternekoch Schuhbeck nach Düsseldorf und lässt bis Ende Januar im Capitol-Theater an der Erkrather Straße ein Dreigang-Menue nach seinen Vorstellungen kochen. Ein Heimspiel hat Zwei-Sterne-Koch Peter Nöthel vom Löricker Hummerstübchen.
Und die Nachfrage bei beiden ist groß. Die Veranstalter äußern sich zufrieden mit dem Vorverkauf. Dabei gibt Nöthel zu bedenken: „Die Düsseldorfer kaufen doch meist erst die Karten, wenn es eine gute Kritik gegeben hat.“
Dabei könnte einem schon bei der Lektüre des Menues das Wasser im Munde zusammenlaufen: Kartoffel-Kokossuppe mit Hummerkrabben, Angelkabeljau mit Pumpernickel-Sauce, Angus-Rinderfilet mit Trüffelpolenta und zum Schluss eine Schokoladen-Tarte.
Oder sollte es zum Dessert doch besser der geeiste Kaiserschmarrn mit Rumfrüchten sein? Als Hauptgang das Entrecôte mit Vanille-Gemüse und zum Auftakt die legendäre getrüffelte Maronensuppe mit Kalbsfleisch-Pflanzerl. Das gibt es nämlich bei Alfons Schuhbeck.
Musik oder Artistik
Während bei Routinier Schuhbeck, der eine ähnliche Show auch daheim in München betreibt, das Musikalische neben dem Essen im Vordergrund steht, soll es bei Palazzo im Spiegelpalast hochakrobatisch zugehen. Und dabei soll auch der Humor nicht zu kurz kommen.
Für Nöthel, der zum ersten Mal an einem solchen Projekt teilnimmt, ist das Ganze eine Herausforderung. „Es wird spannend, und es ist eine reizvolle Geschichte, bis zu 370 Leute auf hohem Niveau zu bekochen“, sagt er.
Es sind nicht nur Nöthel und Schuhbeck, die mit Unterhaltung und Essen erfolgreich werben. Es gibt außerdem das Krimi-Dinner und die Ess-Kultur. In einer Zeit, in der Multitasking (also mehrere Dinge auf einmal machend) angesagt ist, hat sich das Publikum daran gewöhnt „bespaßt“ zu werden: So beschreibt Psychologin Susanne Altweger den Erfolg der Dinner-Shows.
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