Aktion "Heartbreaker": Kunstauktion für die Aidshilfe
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 12.12.2009 - 11:08Düsseldorf (RPO). An der Aktion "Heartbreaker" nehmen renommierte Künstler aber auch junge Kreative teil. Im siebten Jahr bieten die Organisatoren den Gästen große Kunst und Überraschendes. Selbst eine Lebend-Installation ist zu erwerben.
Heartwork-Auktion
Termin Montag, 14. Dezember, 20Uhr, K21 im Ständehaus
Vorbesichtigung ab 17 Uhr
Einlass nur mit Einladung und gegen eine Spende (inklusive Getränke und kleiner Speisen)
Informationen Telefon 770950
Die Teilnehmerliste www.heartbreaker-duesseldorf.de
Er hockt hinter Gittern, nackt bis auf einen schwarzen Slip. Seinen engen Käfig teilt sich der kahlköpfige Mann mit einer weißen Klosettschüssel, in die er nacheinander Pingpong-Bälle klackern lässt. Bedächtig klaubt er sie wieder heraus und beginnt sein wortloses Spiel aufs Neue.
Die Installation "Neuhaus" von Stephan Kaluza dürfte das am meisten polarisierende Werk der diesjährigen Kunstauktion von "Heartbreaker" sein. Dabei kommen an diesem Montag im Ständehaus-Museum 56 Bilder und Objekte zur Versteigerung, die von den Künstlern gestiftet wurden. Es gilt Hammerpreis gleich Kaufpreis - der Erlös geht ohne Abzug an Menschen, die von HIV und Aids betroffen sind.
"Für uns ist diese Auktion nach wie vor die wichtigste Fundraising-Veranstaltung", sagt Peter von der Forst von der Düsseldorfer Aids-Hilfe. "Wir führen sie jetzt schon im siebten Jahr durch und freuen uns, dass daraus ein so schönes gesellschaftliches Ereignis entstanden ist." Der Abend wird vom "Heartbreaker"-Team und etwa 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Sponsoren organisiert und betreut. Einen wichtigen Beitrag leistet zum wiederholten Mal Christie´s mit dem Auktionator Andreas Rumbler. Wer ihn je erlebte, weiß nicht nur seine Übersicht und Fachkenntnis, sondern auch seine Entertainer-Qualitäten zu schätzen.
Größen wie Günther Uecker
Schirmherrin Dorothee Achenbach verweist auf die lange Liste beeindruckender Namen: "Schön, dass wir für diese gute Sache wieder so viele renommierte Künstler gewinnen konnten. Vor allem die Düsseldorfer sind uns treu geblieben. Dazu kommen einige junge Kreative mit sehr interessanten Arbeiten." Unter den Stiftern sind Größen wie Jonathan Meese, Günther Uecker, Mischa Kuball und Georg Baselitz, dessen Remix "Big Night" mit 45 000 Euro das teuerste Startgebot hat. Ein Werk von Kunstakademie-Direktor Tony Cragg steht für 10 000 Euro im Katalog. Daneben macht sich die spektakuläre Lebend-Installation von Stephan Kaluza mit lediglich 1500 Euro Startgebot geradezu preisgünstig aus. Immerhin wird mit ihr ein Mensch versteigert, "zum nachweislich ersten Mal", wie der Künstler betont. "Neuhaus" ist ein Segment seiner Arbeit "Blauhaus" mit 20 aufeinander gestapelten Gitterboxen, die kürzlich auf der Kölner Kunstmesse "Art Fair 21" gezeigt wurde. "Ich will mit dem eingesperrten Menschen nicht provozieren, das wäre mir zu platt", stellt Kaluza klar. "Mir geht es um einen längeren Prozess. Wie weit kann man ein Kunstwerk überhaupt erwerben und besitzen?"
Wer den Käfig ersteigert, hat für ein Jahr auch das Anrecht auf seinen gewollt stumm bleibenden Insassen. Wann immer der Eigentümer es will, steht ihm der lebende Bestandteil der Installation zur Verfügung. Er muss ihn in dieser Zeit allerdings ernähren, pfleglich behandeln und ihm ein hübsches Plätzchen gönnen.
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