Gerd Ozimek geht in Ruhestand: Lebendes Netzwerk der CDU
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 26.04.2009 - 10:52Düsseldorf (RPO). Gerd Ozimek hielt bei der Düsseldorfer CDU fast 30 Jahre als Geschäftsführer die organisatorischen Fäden in der Hand, hat für vier Parteichefs gearbeitet und selbst die Partei geprägt. Nun tritt der bald 65-Jährige in den Ruhestand.
Müsste man Gerd Ozimek auf ein Zitat reduzieren, wäre es: "Kommen Sie mal mit, ich muss Ihnen unbedingt jemanden vorstellen." Nach einem solchen Satz pflegt der Mann mit dem akkurat gestutzten Vollbart im vollsten Saal die Massen zu durchpflügen, stoisch-konzentriert seine Zielperson im Blick. Und man kann stets sicher sein, einem Menschen vorgestellt zu werden, der wirklich interessant ist. Fast drei Jahrzehnte netzwerkte Ozimek als Kreisgeschäftsführer für die Düsseldorfer CDU. Am Montag, wenn die neuen Räume des Kreisverbands an der Ratinger Straße eröffnet werden, wird er verabschiedet: In drei Monaten wird Ozimek 65 – und damit Rentner.
Leicht fällt ihm der Ausstieg nicht. Die Partei ist ein wichtiger Teil seines Lebens. "Gerd Ozimek war immer mit Herz und Seele Geschäftsführer", sagt Wolfgang Schulhoff. Der Handwerkskammer-Präsident war 14 Jahre Vorsitzender der Kreispartei, hat somit am längsten und engsten mit Ozimek gearbeitet. "Mein Generalsekretär" nannte ihn Schulhoff manchmal und meinte damit, dass sein Geschäftsführer viel mehr war als nur der Organisator der Geschäftsstelle: "Auf ihn konnte ich mich felsenfest verlassen." Klaus-Heiner Lehne, seit 2001 an der Spitze der Partei, formuliert es so: "Gerd war die Seele des Geschäfts."
Persönlich
Privat geboren am 25. Juli 1944 in Hösel, zwei Kinder
Beruf Versicherungskaufmann, Bundesgeschäftsführer Kath. Junge Gemeinde, CDU-Kreisgeschäftsführer Mettmann, Landesgeschäftsführer JU, Referent des CDU-Landtagsfraktionschefs, Kreisgeschäftsführer Düsseldorf
Ehrungen Bundesverdienstkreuz für Engagement als Schulpflegschafts-Vorsitzender Dietrich-Bonhöffer-Gymnasium Ratingen
Geboren wurde Ozimek in Hösel. Der Vater war CDU-Mitglied, 1965 trat auch der Sohn ein. "Ein Freund aus der Kirche hatte mich angesprochen." In der katholischen Kirche ist er bis heute tief verwurzelt. Der gelernte Versicherungskaufmann trat 1971 in die Dienste seiner Partei ein, wurde Kreisgeschäftsführer der CDU Mettmann, später Landesgeschäftsführer der Jungen Union Rheinland. "Dort habe ich das Netzwerken gelernt", sagt Ozimek. Und er lernte auch Jürgen Rüttgers, Ronald Pofalla und Peter Hintze kennen. Und auch einen gewissen Joachim Erwin. "Wir hatten stets einen engen Kontakt", sagt Ozimek über den späteren OB. "Er hat nie seine Partei vergessen."
1978 wurde Ozimek persönlicher Referent des Chefs der CDU-Landtagsfraktion. Der hieß damals Heinrich Köppler und war auch Bundesvorsitzender der Katholischen Jugend. "Wir hatten deshalb die gleiche Wellenlänge", so Ozimek. "Er brachte mir bei, dass man in der Politik ein anständiger Mensch bleiben muss." Köppler starb im Amt. Sein Nachfolger wurde Kurt Biedenkopf – und für den Referenten aus Ratingen begann eine spannende Zeiten: Im Bundestagswahlkampf 1980 war Biedenkopf in ganz Deutschland ein gefragter Redner, mit dem Hubschrauber düste das Duo von Termin zu Termin.
Bei der Landtagswahl im selben Jahr unterlag Biedenkopf Johannes Rau. Auf eigenen Wunsch kehrte Ozimek, inzwischen Familienvater, zurück auf die Kreisebene und wurde 1981 Geschäftsführer für die CDU Düsseldorf. Er arbeitete zunächst für Gottfried Arnold, dann für Karl-Friedrich Klees. Klees hatte, für viele überraschend, gegen den Favoriten Heinz Hardt, einen Mann des linken CDA-Flügels, die Wahl zum Parteichef gewonnen. Für Ozimek bedeutete das einen Spagat zwischen Klees, dem Mittelstand verbunden, und dem CDA-geprägten Parteivorstand. Ozimek selbst gehörte nie einer Vereinigung an. Wichtig waren ihm stets die ehrenamtlichen Ortsverbands-Chefs.
Sein Abschiedsgeschenk hat sich Ozimek selbst ausgesucht: ein Kettler-Fahrrad. Denn in Bewegung bleiben wird er auf jeden Fall. Auch in der CDU. Denn seit kurzem ist er Mitglied des Ortsverbands Altstadt.
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