Verkauf an Whitehal: LEG spart bei Renovierungen
VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 01.09.2008 - 07:46Düsseldorf (RPO). Die Kritiker des Verkaufs der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an den Goldman-Sachs-Fonds "Whitehal" sehen ihre Befürchtungen bestätigt. Offenbar durch eine Panne ist ein Papier an die Öffentlichkeit gedrungen, in dem die LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel und Ulrich Tappe ihre Mitarbeiter dazu auffordern, bei den Instandhaltungsarbeiten an den gut 90.000 LEG-Wohnungen auf die Bremse zu treten.
"Das im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2008 bereits genehmigte Budget für die ,Laufende Instandhaltung‘ wird mit sofortiger Wirkung um einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr gekürzt", zitiert ein LEG-Aktionsbündnis um den Mieterverein Bochum die interne Anweisung vom 18. August.
Außerdem weisen Tappe und Hegel an, dass „bereits erteilten Freigaben“ für Instandhaltungsarbeiten „keine Beauftragung“ mehr erfolgen soll. Ferner sollen so gut wie keine neuen Instandhaltungsarbeiten mehr frei gegeben werden.
Zur Begründung verweisen Hegel und Tappe auf Whitehall: „Damit bitten die neuen Gesellschafter, den Freigabe- und Beauftragungsprozess neu aufzusetzen und sie mit in den Entscheidungsprozess einzubinden.“
Bis zu ihrem Verkauf gehörte die LEG in Sachen Renovierung zu den Branchenführern: Mit Durchschnittsinvestitionen von 25,54 Euro je Quadratmeter in 2007 lag sie um gut 30 Prozent über dem Branchenschnitt.
Helmut Lierhaus, Sprecher des Aktionsbündnisses „Zukunft LEG“ wertet den Rückwärtsgang so: „Whitehall will an die Rücklagen heran und sich schnell Liquidität verschaffen.“
Daraus ergäbe sich nicht nur ein Problem für die Mieter, sondern auch bei den Handwerksunternehmen mache sich schon jetzt Verunsicherung breit. „Die Landesregierung muss sich jetzt fragen lassen, wie es in den sanierungsbedürftigen Großsiedlungen weítergehen soll“, so Lierhaus. Tappe und Hegel waren am gestrigen Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
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