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Vor 40 Jahren: Legendäre Künstlergruppe Zero löste sich auf

zuletzt aktualisiert: 26.03.2006 - 09:30

Düsseldorf (dto). Vor 40 Jahren löste sich die legendäre Düsseldorfer Künstlergruppe Zero auf. Die Gruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker wollte die traditionellen Ausdrucksmöglichkeiten von Kunst über Bord werfen. Als Gestaltungsmittel verwendeten sich nicht mehr ausschließlich Farbe, sondern auch Elemente wie Feuer, Wasser, Licht und Rauch sowie technische und industrielle Werkstoffe wie Nägel, Aluminiumplatten, Glas, Spiegel und Leuchtkörper.

Seit Dienstag präsentiert das Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg Werke von Günter Uecker.  Foto: AP, AP
Seit Dienstag präsentiert das Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg Werke von Günter Uecker. Foto: AP, AP

Manchmal schreibt der Zufall Kunstgeschichte. Am 2. Oktober 1958 trat der Künstler Heinz Mack bei einer "Abendausstellung" versehentlich auf eine Alufolie, die auf dem Teppich lag. Freudig hielt er danach den silbernen Abdruck der Teppich-Struktur in den Händen. In diesem Zufallsprodukt spiegelte sich genau die Bild- und Formensprache wider, mit der Mack als einer der Gründungsväter der legendären Düsseldorfer Künstler-Bewegung Zero die traditionellen Ausdrucksmöglichkeiten von Kunst über Bord werfen wollte. Ab Anfang 1958 entstanden so Licht-Objekte, rotierende Drehscheiben und Günther Ueckers berühmte Nagel-Bilder.

Der Leiter der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW K 21, Julian Heynen erklärt, "aus deutscher Sicht hat Zero nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik ganz wesentlich die Türen zur internationalen Entwicklung der Gegenwartskunst aufgestoßen". Statt der abstrakten Malerei ohne feste Kompositionsregeln hatten Mack und Otto Piene eine auf Reinheit und Schönheit ausgerichtete Kunst im Blick, als sie im April 1957 ihre erste "Abendausstellung" organisierten. Doch erst dank der Begegnung mit Yves Klein bekam ihr visionäres künstlerisches Denken die maßgebliche Wendung. Der Franzose war durch seine blauen, monochromen Bilder weltberühmt geworden. So wie er damit das Ende der klassischen Malerei und den Anfang einer neuen Kunst verkörperte, wählte man für die Künstlergruppe den Namen Zero.

Ab 1960 zählte auch Günther Uecker fest zum Zero-Kreis. Und aus der Düsseldorfer Künstlergruppe wurde schnell eine internationale Bewegung. Eines der radikalsten Zero-Dokumente war der "Weiße Raum" von Klein, der auch in der Zero-Retrospektive im Museum Kunst Palast ab dem 9. April zu sehen sein wird: Es ist eine 1,60 Meter breite und 4,40 Meter lange, weißgetünchte Zelle, die dem Betrachter ein pures Kunsterlebnis bietet.

Zero hat Kunst reduziert

Der Direktor der Krefelder Museen, Martin Henschel, sagt rückblickend: "Zero hat die Kunst auf wenige Grunderfahrungen reduziert und damit ihre experimentelle Seite gefördert." Davon habe vor allem die Kunst der 1970er Jahre profitiert. "Die Reichweite des Zero-Konzepts selbst war allerdings beschränkt, und nicht von ungefähr ging ein Teil der Arbeiten ins Dekorative über", sagt er. Diese Zweifel hatte auch schon Piene Anfang der 1960er Jahre geäußert, bemängelte er gerade an den Raster-Arbeiten von Mack eine dekorative Verspieltheit. Ende 1965 folgte schließlich auf Betreiben von Mack die letzte gemeinsame Ausstellung in Bonn, die zum größten Zero-Spektakel wurde.

Seitdem ist jeder der Beteiligten seinen eigenen Weg weitergegangen. Piene experimentierte in den USA mit Laserstrahlen, Mack realisierte in der Sahara riesige Projekte, während Uecker neben seiner Tätigkeit als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie an seinen beweglichen Installationen arbeitete. Bei allen Querelen untereinander haben die drei Künstler zumindest das geschafft, was für Jean-Hubert Martin vom Museum Kunst Palast Zero überhaupt auszeichnet: "Sich nicht von festgelegten formalen Normen einengen zu lassen, sondern offen für die verschiedensten künstlerischen Ideen zu sein."

Quelle: afp2

 
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