Finanzkrise: Lehman-Geschädigte: Protest auf der Kö
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 - 08:03Düsseldorf (RPO). „Wir sind blank dank Dresdner Bank“, rufen die etwa 40 Demonstranten, die sich an der Kö vor dem Gebäude der Dresdner Bank postiert haben. Alle, die sich an diesem regnerischen Nachmittag dort zusammengefunden haben, haben etwas gemeinsam: Sie haben Geld verloren, weil sie ihrem Bankberater vertrauten und Zertifikate der Lehman-Bank gekauft haben, und sie sind Rentner.
Manfred Lagarden ist einer von ihnen. Der 68-jährige Sozialarbeiter im Ruhestand hat mit einigen Mitstreitern eine Interessengemeinschaft organisiert. Seine verstorbene Frau hatte selbst bei der Dresdner Bank gearbeitet. Als er ihre Ersparnisse anlegen wollte – 20.309 Euro – wandte er sich an eine ehemalige Kollegin von ihr und folgte ihrer Empfehlung, Lehman-Zertifikate zu kaufen.
Auch andere Männer reden ganz offen über ihren finanziellen Verlust. Klaus Troche, 67, hatte bei der Citibank 11.000 Euro für seine achtjährige Enkelin in Lehman-Zertifikaten angelegt – als Geld für ein späteres Studium.
Einen noch größeren finanziellen Verlust hat eine 77-jährige Witwe aus Gerresheim zu beklagen, die wie andere Frauen ihren Namen nicht in der Zeitung sehen möchte. 50.000 Euro hat sie durch den Kauf der Zertifikate verloren und weitere 30.000 Euro durch andere wertlos gewordene Papiere. „Von dem Geld wollte ich das Haus renovieren – alles futsch. Da fegt der Wind jetzt durch“, sagt sie.
Bei dem Treffen mit anderen Geschädigten nutzt sie die Gelegenheit zum Austausch. „Die Bankberater haben allen das gleiche gesagt“, stellt eine 68-jährige Einzelhandelskauffrau fest, die bei der Citibank 17.000 Euro für ihre Altersvorsorge in Lehman-Zertifikaten angelegt hatte. „Sie können ruhig schlafen, das betrifft sie doch gar nicht“, hätten die Banker ihre Kunden beruhigt.
„Die Großen kriegen so viel Geld und lachen sich kaputt – und wir kriegen nichts. Wir fordern eine Entschädigung“, ruft eine blonde Frau mit geringeltem Schal vor der Drehtür der Dresdner Bank. Aus dem Innern des Gebäudes verfolgen derweil Uwe Busch, Geschäftsleiter der Dresdner Bank, und Sprecher Heribert Klein die Demonstration.
„Falls Kunden im Einzelfall die Einhaltung unseres professionellen Standards in der Beratung beanstanden, werden wir dies selbstverständlich überprüfen“, erklärt Busch. Zu der Frage, wie viele Kunden geschädigt wurden, könne man keine Angaben machen.
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