Platt lernen: Lektion eins: In der Altstadt
zuletzt aktualisiert: 30.01.2008 - 15:56Düsseldorf (RPO). Für alle, die nicht das Glück hatten, die Mundart mit der Muttermilch aufzusaugen, für alle Zugezogenen und für alle bisher Lernunwilligen: In unserer Kolumne „Platt lernen“ wird jetzt das Düsseldorfer Plaudern frei Schnauze geübt. Die nötige Hilfestellung gibt’s dafür von Monika Voss. Die RP-Mundartautorin lernt mit uns heute, wie wir uns in der Altstadt verständigen, ohne beim Köbes - also beim Altstadt-Kellner - auf Unverständnis zu stoßen.
Einheit eins:Die Bestellung
Gast: „Ich hätte gern ein Altbier, Herr Ober.“ Heißt übersetzt:
„Köbes, donn mech doch emol e lecker Alt!“
Hunger hat der Gast natürlich auch und fragt: „Was können Sie mir denn heute empfehlen?“ Auf Platt: „Wat hodder denn hütt Leckeres op de Kaht?“
Darauf der Köbes: „Wenn Ehr mech frocht, wöhd ech mech Riefkooke met enem Klätsch Appelmos bestelle.“ Was übersetzt heißt: „Wenn Sie mich fragen, würde ich Reibekuchen mit Apfelmus bestellen.“
Vokabeln fürdieAltstadt:
dann emol: bring’ mal
hadder: habt Ihr
hütt: heute
op: auf
Kaht: Karte
frore, frocht: fragen, fragt
wöhd: würde
Riefkooke: Reibekuchen
Klätsch: ein Klecks
Appelmos: Apfelmus
Verhaltensregel für die Altstadt:
Monika Voss rät: „Bes emmer joot drop on donn dech kinne vörnähme Deu aan!“
Heißt: „Sei locker, gut gelaunt und nicht von oben herab!“
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