Prominente plaudern: Lind, Jürgens und Milser beim Kö Talk
zuletzt aktualisiert: 17.03.2006 - 10:51Düsseldorf (dto). Besonders viel hatten die Gäste beim Kö Talk am Donnerstagabend nicht gemeinsam. Moderator Jan Hofer begrüßte Schauspielerin Jenny Jürgens, Ex-Gewichtheber und Hotelbesitzer Rolf Milser sowie Autorin und Sängerin Hera Lind zum monatlichen Talk in der Kö Galerie. Eine muntere Runde, bei der es viel zu lachen gab, bei der aber auch Einblicke in persönliche Schicksale gewährt wurden.
Wie schwer es ist, immer nur die Tochter von Udo Jürgens zu sein – davon erzählte Jenny Jürgens. „Ich hatte in meiner Kindheit gar keinen Vornamen, ich wurde immer als Tochter von Udo vorgestellt“, erzählte sie. Aber auch andere Themen bewegen die Schauspielerin. So sei der momentane Markt für Schauspieler nicht einfach, der Boom von Soaps und Telenovelas zwar groß, aber nichts für sie. „Eine Rolle in einer Telenovela wäre für mich ein kreativer Abstieg“, so Jürgens. Vergangene Woche lief zum letzten Mal das Stück „Vier Frauen und ein Unfall“ im Theater an der Kö, ein Stück, bei dem auch Jenny Jürgens eine Hauptrolle spielte. „Da ist immer ein bißchen Wehmut, wenn ein Stück zu Ende ist“, so die Schauspielerin. Zurzeit gönnt sie sich eine kleine Auszeit, hat aber auch kein konkretes Angebot. „Ich finde, das muß man als Schauspielerin auch sagen dürfen.“
Ähnlich offen erzählte auch Hera Lind aus ihrem Leben. „Mein letztes Buch hat sich 70.000 Mal verkauft, ein Panne wenn man sieht, dass ich schon Bücher hatte, die 1,2 Millionen Mal verkauft wurden.“ Vom Everbody-Darling zum Hassobjekt – die TV-Karriere von Hera Lind ging steil bergauf und ebenso steil wieder bergab, und das weiß sie auch. „Ich habe zehn Jahre einen Ruhm gelebt, der kaum gerechtfertigt war, es war logisch, dass sich das mal ändern würde“, erzählte sie. Autorin, Moderatorin bei Herzblatt und Dauergast in diversen Talkshows – man habe sie sehr vermarktet. Dann die Schlagzeilen um ihre Scheidung, Verluste bei Ost-Immobilien und ihre neue Liebe: „Das war klar, dass ich irgendwann den Leuten zum Hals raushänge.“ Aber sie hofft, dass sich das Blatt auch wieder wendet. Mit ihrem neuen Buch „Champagner-Diät“, das am 2. Mai in die Buchhandel kommt, will sie einen ersten Schritt in diese Richtung gehen.
Wahrlich italienisch geht es in wenigen Wochen in Duisburg in Rolf Milsers Landhotel zu. Der ehemalige Gewichtheber und mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger wird in seinem Hotel die italienische Fußballnationalmannschaft beherbergen. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagte er am Donnerstag. Zurzeit ist er viel unterwegs, um die Wünsche der italienischen Mannschaft zu erfüllen. Eine Klimaanlage wird noch eingebaut, die Spieler brauchen zudem Rollos um die Zimmer für den Mittagsschlaf komplett abzudunkeln. Aber Milser kennt die besonderen Wünsche der Spieler, schließlich hat er häufig Mannschaften aus der ganzen Welt zu Gast in seinem Hotel.
Rolf Milser, der - weil er als Bundestrainer seine Mannschaft gern elegant kleiden ließ - auch der „Karl-Lagerfeld von Duisburg“ genannt wird, erzählte von seinen Erlebnissen aus dem Sport. Von seinen Anfängen, der wichtigen sozialen Arbeit im Sport und vom Abnehmen, wenn er für seine Gewichtsklasse zu schwer war. Viel gewonnen hat er und ist doch froh, dass er jetzt raus ist aus dem Sport. „Die Reiserei ging mir in meiner aktiven Zeit auf die Nerven, nach 31 Jahren Sport wollte ich eine andere Herausforderung“, so Milser. Auf die WM freut er sich besonders, auch wenn er nicht glaubt, dass die Deutschen Weltmeister werden. „Sie sind aber nicht so schlecht, wie sie sich gegen Italien präsentiert haben.“ Und die Italiener? „Ich hoffe natürlich schon, dass sie weit kommen“, sagt er und lacht.
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