Unglück verhindert: Lokführer rettet Gehbehindertem das Leben
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 30.09.2008 - 08:30Düsseldorf (RPO). Ein aufmerksamer Lokführer hat am Sonntagmorgen einem gehbehinderten Mann im Hauptbahnhof das Leben gerettet. Wie die Bundespolizei gestern mitteilte, verhinderte der Lokführer in letzter Sekunde einen gefährlichen Unfall. Ein 35-Jähriger, der mit zwei Gehhilfen am Bahnsteig stand, fiel überraschend auf die Schienen.
Der Mann am Steuer der gerade einfahrenden S-Bahn erkannte die Situation gerade noch rechtzeitig und leitete eine so genannte Schnellbremsung (maximale Bremskraft für schnellstmögliche Wirkung) ein – und brachte deshalb seinen Zug knapp 20 Meter vor dem hilflosen Mann zum Stehen.
Die Insassen der S-Bahn nahmen durch den lebensrettenden Reflex keinen Schaden. Bei der Schnellbremsung wurde niemand verletzt. Drei Züge hinter der S-Bahn blieben allerdings kurze Zeit stehen und kamen erst mit 20 Minuten Verspätung in den Bahnhof.
Nachdem der Zug gehalten hatte, sprang ein bislang noch unbekannter Zeuge auf die Gleise, half dem Gefallenen wieder auf die Beine und barg auch dessen Krücken. Der gehbehinderte Mann war bei dem Sturz augenscheinlich nicht verletzt worden. Er gab an, sich nicht daran zu erinnern, dass oder wie er vor die S-Bahn gefallen war. Außerdem lehnte der Mann es ab, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen.
Er stimmte allerdings zu, einen Alkoholtest durchzuführen. Erst später wurde den Beamten der Bundespolizei klar, warum der Mann, dazu so freiwillig bereit war: Der Test verlief negativ, daraufhin bohrten die Ermittler nach. Der 35-Jährige gestand schließlich, am Morgen Heroin gespritzt zu haben. Offenbar hatte der Drogenrausch dazu geführt, dass er das Gleichgewicht verlor.
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