Im Haushalt sind 350.000 Euro bereit gestellt: Luxus? Mehr Licht für Jogger
VON HANS ONKELBACH UND DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 15.12.2007 - 10:02Und abends mit Beleuchtung: 350.000 Euro stehen bereit, um Läufern Licht zu spendieren. SPD und Grüne empört das angesichts abgelehnter Anträge fürs Soziale. Monika Lehmhaus: „Die Strecke nutzt vielen Sportlern“
Typisch Düsseldorf? Die Stadt gönnt sich eine Jogging-Strecke, die abends beleuchtet werden soll. Im städtischen Haushalt 2008 sind dafür 350.000 Euro für einen Weg am Rheinufer in Oberkassel bereit gestellt. „Das schließt eine wichtige Lücke. Die Strecke ist von jedem nutzbar, und Laufen ist gut für die Gesundheit“, begründete Monika Lehmhaus (FDP), weshalb das Geld gut investiert sei.
Lehmhaus ist außerdem davon überzeugt, dass man sehr viel weniger Geld ausgeben wird. Sie erwartet eine Verwaltungsvorlage, wonach man mit rund 120.000 Euro für die Beleuchtung auskomme. Sie verweist außerdem auf die Bedeutung einer solchen Strecke für Frauen, denen es in der dunklen Jahreszeit zu unsicher ist, draußen zu joggen. Lehmhaus weiter: „Düsseldorf kann damit an seinem Ruf als Sportstadt arbeiten. Außerdem haben wir den Marathon, also müssen wir was für Läufer tun.“
Für die Opposition aus SPD und Grünen, die im Rat mit sämtlichen Haushaltsanträgen aus dem Jugend- und Sozialbereich abgeschmettert worden war, bot sich eine Steilvorlage: „Das gehört ins Schwarzbuch der Steuerzahler“, wetterte Rudi Voller (SPD). Günter Karen-Jungen (Grüne) verwies wie sein Fraktionskollege Wolfgang Scheffler auf einen Vor-Ort-Termin des Sportausschusses: „Danach waren sich alle einig, dass das zu teuer sei“, so Karen-Jungen.
„Ich bin bestürzt darüber, dass die CDU das mitmacht, nachdem sie viele kleine Summen aus dem Jugendbereich abgelehnt hat“, sagte Scheffler. „An dieser Stelle Geld zu investieren, ist Schwachsinn.“ Lehmhaus konterte: „Es ist unredlich, einen Bereich gegen den anderen auszuspielen.“
Nach derzeitiger Planung wird es künftig zwischen der Oberkasseler und der Kniebrücke eine Strecke geben, an der Leuchtkörper in der Dämmerung oder in der Dunkelheit für freie Sicht auf den Boden sorgen. Dieser Weg unmittelbar neben der kleinen Platanenreihe würde von der Altstadt-Seite aus „wie eine Perlenkette aussehen“ hieß es bei einem Befürworter der Aktion.
Stattet man den Weg auf der Oberkasseler Seite tatsächlich mit Lampen aus, hätte man eine ohnehin sehr beliebte Jogging-Rundstrecke aufgewertet: Die Route Oberkasseler Brücke, am Altstadtufer entlang bis zur Kniebrücke und auf der Oberkasseler Seite wieder zurück ist eine der am stärksten genutzten Lauf-Kurse der Stadt - durchweg asphaltiert, nicht einsam, zudem ein schönes Panorama, also abwechslungsreich, und in Maßen anstrengend wegen der Brückenrampen. Sie ist knapp vier Kilometer lang und somit auch für ungeübte Läufer kein Problem.
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