Revolution im ehemaligen Straßenbahndepot: Maik Klokow: Der neue Musical-Macher
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 06.04.2009 - 08:37Düsseldorf (RPO). Der neue Chef des Capitol Theaters Maik Klokow hat zahlreiche Pläne für das Musical-Haus im ehemaligen Straßenbahndepot. Er setzt auf langfristige Projekte, denn der 44-Jährige setzt auf vor allem auf Eigenproduktionen.
Rote Anturien auf der hohen Fensterbank im schneeweiß gestrichenen Raum, dazu rote Ledersessel und ein knallroter Schreibtischstuhl. Keine Frage, Maik Klokow liebt die Farbe Rot. "Und Schwarz" ergänzt der 44-jährige, der mit Vorliebe schwarze Anzüge trägt. Sein Büro im ehemaligen Straßenbahndepot des Capitol Theaters hat er gerade neu bezogen.
Klokow ist jetzt vom Hamburger Musical-Riesen Stage als Geschäftsführer zum Mitbewerber ins Düsseldorfer Musical- und Entertainment Unternehmen von Thomas Krauth nach Düsseldorf gewechselt. Im Dezember hat der 44-Jährige die Mehrheitsanteile in Krauth'schen Imperium übernommen. Damit schließt sich für den gebürtigen Hanseaten aus Wismar der Kreis. Denn als er 1989 "rübermachte", begann seine Karriere bei Starlight-Express in Bochum. Heute ist er deren Chef.
In der Ex-DDR wollte er Innenarchitektur studieren. Doch da er bereits einen Ausreiseantrag gestellt hatte, absolvierte er eine Maurerlehre und nahm 1986 seine erste Stelle als Kulissenschieber an, wie er es nennt. Als Bühnentechniker arbeitete er im Landestheater Pachin, später in Cottbus. Als die Mauer am 1989 fiel, war er noch am selben Tag in Berlin. "Von dort wurde ich nach Nürnberg in ein Auffanglager gebracht", erinnert sich Klokow, und die Situation scheint ihm auch 20 Jahre danach noch allgegenwärtig.
Er landete in einem im fränkischen Dorf und schrieb 280 Bewerbungen an Theater. "Von allen kam eine Absage – bis auf Starlight Express", sagt er. Von dem Haus in Bochum und dessen Technik war er vor knapp 20 Jahren überwältigt. "Das hatten wir im Osten nicht".
Den Job bekam er und so begann eine steile Karriere. Aus dem Manager ist der Unternehmer geworden. Für Maik Klokow eine Rolle, an die er sich noch gewöhnen muss. "30 Jahre Angestellter und jetzt Chef, das ist schon komisch." Früher habe er Ideen gehabt, und irgendeiner habe immer noch dazwischengefunkt. Heute ist das anders. Er ist der Chef und hat das letzte Wort. Damit untertreibt er gewaltig.
Denn schon als Geschäftsführer bei der Stage war er verantwortlich für Produktionen wie "König der Löwen", "Dirty Dancing" und dem Udo Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York". In seiner neuen Position zeichnet er unter anderem für das in Köln erfolgreiche Musical "Spamalot" verantwortlich. Doch der 44-Jährige plant weiter. Am 4. Oktober ist mit dem skurrilen Musical um König Arthur in Köln Schluss, eine neue Produktion ist geplant. Über den Titel schweigt er sich staatsmännisch aus.
Bochum, die zweite Spielstätte des Unternehmens, läuft und läuft, oder besser gesagt rollt und rollt. Denn eine Ende von Starlight Express ist nicht abzusehen. "Wir spielen im 21. Jahr, das muss man sich mal vorstellen", sagt Klokow und ergänzt, dass die heutige Inszenierung mit der ursprünglichen nur noch wenig gemein hat.
Bleibt der Stammsitz Düsseldorf. Dort hat es zuletzt nur Gastspielproduktionen vom befreundeten Geschäftspartner BB-Promotion gegeben. "Aber erfolgreiche wie Rocky Horror und Slava's Snow Show", verteidigt sich Klokow, denn das Haus sei zurzeit nicht in der Lage für eine permanente Bespielung.
Doch was nicht ist, soll wieder werden. Der Mann mit dem Gespür für erfolgreiche Musicals ist voller Pläne. Dass er es ernst meint, zeigt, dass er sein Haus in Hamburg verkauft hat und ein neues in Düsseldorf sucht mit seiner Lebensgefährtin, dem Musical-Star Anna Montanaro.
Der Unternehmer will künftig verstärkt auf Eigenproduktionen setzten "Wie das Mädchen Rosemarie und Miami Nights", sagt der Vielbeschäftigte. Ab Ende 2010 kann er sich längerfristige Produktionen vorstellen. Dazwischen soll es Gastspiele geben. Er steht in Verhandlungen für die Comedian Harmonists, Rat Pack und eine Michael-Jackson-Show.
Termine stehen hier allerdings noch nicht fest. Bis auf einen – privaten Termin – im Januar im Club des Capitol Theaters: die Hochzeit von Maik Klokow und Anna Montanaro.
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