Erwin fordert bessere Inszenierung: "Manager für Einkaufsstraßen"
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 - 08:38Düsseldorf (RPO). OB Joachim Erwin ist überzeugt, dass sich die Düsseldorfer Einkaufsmeilen besser inszenieren müssen. Gute Ansätze für stärkere Gemeinsamkeiten von Händlern, Werbegemeinschaften und Hausbesitzern bietet die Graf-Adolf-Straße. Das Thema Einkaufszentren ist mit den Bilker Arcaden erledigt.
Mit seiner Zusage, das wegen seiner Größe heftig umstrittene Einkaufszentrum Bilker Arcaden werde das letzte seiner Art auf Düsseldorfer Stadtgebiet sein, hat Oberbürgermeister Joachim Erwin im Düsseldorfer Einzelhandel für Erleichterung gesorgt. „Diese Aussage war bemerkenswert, wir hätten sie uns aber schon zu einem viel früheren Zeitpunkt gewünscht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Peter Achten. Er bezeichnete das im Bau befindliche Zentrum mit seinen deutlich mehr als 20000 Quadratmetern Verkaufsfläche nach wie vor als „handelspolitischen Sündenfall“.
Umso mehr ist Achten der Ansicht, dass sich die Einkaufsstraßen der Stadt durch ein stärkeres Zusammenrücken von Händlern, Werbe- und Standortgemeinschaften sowie Immobilienbesitzern auf eine breitere gemeinsame Basis stellen müssten. Mit dieser Aussage befindet er sich in einem Boot mit dem Oberbürgermeister. Erwin hatte sich vor mehr als 200 Gästen des Einzelhandelsverbandes für eine Stärkung der Innenstadt eingesetzt. Seinen Hinweis, dass manche Straßen „eigene Inszenierungen“ brauchten, verband Erwin sogar mit der Frage nach einem eigenen Management, wie es bei Einkaufzentren selbstverständlich sei. Mögliche Beispiele dafür: die Königsallee, die durch ein Überangebot von „System-Modeanbietern“ nicht zur Beliebigkeit verkommen dürfe, die Schadowstraße mit ihrem breiten Sortiment und die Junge Meile in der Altstadt.
Die Graf-Adolf-Straße, für die sich Händler, Anwohner, Hausbesitzer und Stadt an einen Tisch gesetzt hatten, um den seit Jahren anhaltenden Niedergang aufzuhalten, ist nach Ansicht Erwins ein gutes Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Nach der Umgestaltung der Straße gehe es bald auch um Inhalte, sagte Projektmanager Klaus Esser vom Forum Stadtmarketing. Hier befinde man sich jedoch noch in der „Ideenphase“, positiv sei, dass die Betroffenen zu fast hundert Prozent mitmachten. „Das schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass sich alle mit ihrer Straße identifizieren.“ Das Beispiel Graf-Adolf-Straße lasse sich zum Beispiel auch auf die Immermannstraße übertragen, meint Esser. „Wir haben bei der Graf-Adolf-Straße gelernt, wie man das macht.“ Oder auf die Schadowstraße, die allerdings erst nach der Fertigstellung der U-Bahn Wehrhahn-Linie neu diskutiert werden könne. „Das braucht jetzt noch viel Geduld.“
Wie Esser ist der Sprecher der Gemeinschaft der Kö-Anlieger, Claus Franzen, der Meinung, dass mit der geplanten Verabschiedung des Landesgesetzes zur Förderung von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) neue Wege zur Stärkung der City erschlossen werden. „Unser Horizont hört nicht an der Kö auf, das gesamte Umfeld ist wichtig.“ Der Sprecher des Einzelhandels, Dirk Henckel, sieht dabei auch die Stadt in der Pflicht - „als Moderator und Unterstützer, denn das System Standort- und Werbegemeinschaften ist ausbaufähig.“ KOMMENTAR
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