Kuriose Marathon-Geschichten: 42,195 Kilometer in 54 Jahren
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010 - 15:38Rund um den Marathon gibt es viele kuriose Geschichten. Lesen Sie hier von der Legende um Dorando Pietri, von einem Marathon-Lauf, der 54 Jahre dauerte, und von einem 101-jährigen Läufer.
Öffentliches Interesse haben vor allem die Marathongeschichten rund um die Olympischen Spiele geweckt. Speziell im frühen zwanzigsten Jahrhunderts gab es Kurioses zu berichten. 1908 erreichte der italienische Pastetenbäcker Dorando Pietri als Erster das Stadion, doch die Hitze Londons und die Erschöpfung lähmten sein Bewusstsein. Pietri wusste nicht mehr, ob er rechts oder links herum ins Stadion laufen sollte.
Kurz vor dem Ziel brach der Italiener zum Entsetzen der 90.000 Zuschauer mehrere Male zusammen, woraufhin ihm ein Zuschauer aufhalf. Dies war allerdings regelwidrig und Pietri wurde disqualifiziert. Er bekam keine Medaille, dafür aber einen Goldpokal von Königin Alexandra überreicht. Seitdem ist Pietri in die Ruhmeshalle der Leichtathletik aufgestiegen und verkörpert einen unsterblichen Mythos.
Die verrückteste Geschichte im Marathonsport ereignete sich aber vier Jahre später in Stockholm. Neben vielen Weltrekorden lief der Japaner Shiso Kanaguri eine etwas andere Bestzeit. Auch in Schweden hatten die Läufer mit extremer Hitze zu kämpfen. Deshalb bot ihm eine Familie am Wegrand bei Kilometer 30 an, ein Glas Saft zu trinken und sich etwas auszuruhen. Als er seinen Durst gelöscht und sich hingelegt hatte, schlief er vor Erschöpfung ein und verpasste es so, den Wettkampf rechtzeitig zu beenden.
1967 kam er jedoch als 76-jähriger Professor nach Stockholm zurück und setzte seinen Lauf an der Stelle fort, an der er ihn 1912 abgebrochen hatte. Im Ziel hatte er dann mit 54 Jahren, acht Monaten, sechs Tagen, drei Stunden, 32 Minuten und 20,3 Sekunden den langsamsten Marathon aller Zeiten gelaufen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,4 Zentimetern pro Stunde.
Zwischenfälle gibt es immer wieder bei den Extrem- und Ultra-Marathons. Gefährlich wurde es in der marokkanischen Sahara beim "Marathon du Sables": 1994 ereignete sich dort ein dramatischer Zwischenfall, als sich der italienische Teilnehmer Mauro Prosperi in einem Sandsturm verirrte und erst nach neun Tagen, um 15 kg abgemagert und 200 Kilometer vom Kurs entfernt, in Algerien von Nomaden aufgefunden wurde.
Aber auch heutzutage gibt es noch Kuriositäten in diesem Massensport. 2008 lief Buster M. den London-Marathon in unter zehn Stunden. Das Verrückte: Buster M. war zu diesem Zeitpunkt 101 Jahre alt. Beim Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde verriet der Brite sein Geheimnis: „Ich halte mich mit Bier und Zigaretten fit.“
Alles zum METRO Group Marathon lesen Sie in unserem Special.
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