Stolzes Wiedersehen hinter dem Ziel des Metro Marathons: Anja Ueberschaer freut sich mit ihrem Freund Andreas Pirl über dessen persönliche Marathonbestzeit. In drei Stunden und 27 Minuten ist er die 42,195 Kilometer durch Düsseldorf gelaufen. Eine neue Bestzeit war sein Ziel, denn es braucht mehr als eine Marathondistanz, um ihn richtig zu fordern. Normalerweise läuft der 30-Jährige die Strecke nämlich unter ganz anderen Bedingungen. Er ist ein regelrechter Marathon-Freak.
Wie in Düsseldorf hat ihn seine Freundin (hier mit Schwiegermutter in spé Maria Pirl) schon oft angefeuert. Zum Beispiel 700 Meter unter der Erde. Beim Unter-Tage-Marathon in Sondershausen. „Trotzdem ist es immer wieder schön, dabei zu sein und mitzufiebern“, sagt die 26-jährige.
Besonders wenn er dann so nah und oft an ihr vorbei läuft wie in Düsseldorf. „Das ist hier wirklich toll. In anderen Städten sind die Strecken viel weiträumiger abgesperrt, so dass man an die Läufer gar nicht dran kommt“, sagt Anja. In Düsseldorf hatte sie sich dagegen so viele Punkte an der Strecke rausgesucht, dass sie „fast so viel unterwegs war wie der Andi.“
Die wichtigste Station aber war der Zieleinlauf am Rheinufer. Was Anja hier noch nicht wusste, aber bereits ahnte: Zwei Minuten bevor sie und Andreas' Mutter Maria Pirl sich die besten Plätze sichern konnten, war Andreas bereits durchs Ziel gerauscht.
Mutter Maria Pirl wollte zuerst gar nicht glauben, dass sie ihren Sohn verpasst haben sollte. Erst als die Freundin ihres Sohnes sie freundlich von Strecke holte, machten sich die beiden auf den Weg, um ihren Läufer hinter dem Ziel zu suchen.
Mit dabei ein Schild, das Anja bereits seit Andreas' erstem Marathon im Jahr 2007 dabei hat. Vorne ruft es „Andiihi“, hinten „Lauf Andiih, lauf!“.
Das Schild kann aber noch mehr als nur anfeuern. Nach dem Lauf dient es vor allem dazu, in der Masse von Läufern und Zuschauern von Andreas gesehen und wiedergefunden zu werden.
Nach gut einer Viertelstunde gelingt das dann auch. Anja hat ihren Marathonläufer wieder. Stolz erzählt er von seiner Bestzeit: drei Stunden und 27 Minuten.
Geholfen haben ihm dabei seine Laufbegleiter: ein Trinkrucksack mit einem Liter Multivitamintabletten in Wasser, jede Menge Fruchtgels aus der Tüte zur Stärkung für Zwischendurch - und sein MP3-Player. „Während der Läufe und auch im Training höre ich Musik. Heavy Metall oder Elektro, gerne auch Rammstein. Ich mag`s eben extrem.“