Bewegung im Büromarkt: McKinsey verlässt die Kö-Galerie
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 17.10.2006 - 08:36Düsseldorf (RP). Der Erbauer der Kö-Galerie, Walter Brune, hat voller Empörung auf einen Bericht der RP reagiert, in dem Leerstände im ersten Stock des luxuriösen Einkaufszentrums beschrieben werden. Obwohl Immobilienfachleute den Bericht bestätigt haben und seit Jahren betonen, die Galerie sei überaltert und müsse neu gestaltet werden, erklärt Brune: „Meine Partner und ich sind überzeugt, dass sich die Kö-Galerie zurzeit in Bestform befindet."
Brune hat das Bauwerk dennoch vor wenigen Wochen verkauft, in einem Paket gemeinsam mit seinen Objekten Schwanenmarkt (Krefeld), Opernpassage (Köln) und Rhein-Ruhr-Zentrum (Mülheim). Kaufpreis: etwas über 700 Mio. Die Verträge handelt Anwalt Rainer Maschmeier (CliffortChance) aus.
Die neuen Eigner (Ece und Merrill Lynch) sehen den Zustand der in den 80er Jahren hoch gelobten und bestaunten Galerie offenbar nicht so euphorisch wie Brune. Man habe zwar noch keine konkreten Pläne, aber Fachleute seien unterwegs, um die Struktur des Angebots und die Aufteilung unter die Lupe zu nehmen, sagte gestern Ece-Sprecher Christian Saadhoff. Natürlich werde man das Objekt neu gestalten.
In der Branche geht man davon aus, dass Ece (Deutschlands größter Erbauer und Betreiber von Einkaufszentren) das gesamte Ladenkonzept auf den Prüfstand stellt und vor allem größere Einheiten schaffen will. Vertraglich vereinbart ist lediglich, auf keinen Fall die Fassade zu verändern.
Einen der zurzeit größten Mieter der Galerie, die Unternehmensberatung McKinsey, berührt das nur am Rande. Das Unternehmen, das dort mit knapp 400 Angestellten seit über 20 Jahren arbeitet, hat sich entschlossen zu gehen. Inoffiziell heißt es, die Büros seien nicht mehr zeitgemäß, ein leitender Mitarbeiter spricht gar von einem „Fuchsbau“.
Vorigen Freitag hat man den Mietvertrag für 10000 qm neue Fläche im so genannten Sky Office am Kennedydamm unterzeichnet - moderner, preisgünstiger und näher am Flughafen, heißt es. Dieses Gebäude, entworfen von Christoph Ingenhoven, wird 89 Meter hoch sein und 37700 qm Fläche bieten. Die von McKinsey gemieteten Räume liegen in den oberen Stockwerken, das Gebäude ist 2009 fertig.
Als absoluter Star unter den Büro-Immobilien gilt derzeit allerdings das Drei-Scheiben-Haus, das Thyssen-Krupp bald verlässt, und das verkauft wird. Mehrere Kaufinteressenten stehen bereit, auch Mietanfragen gibt es bereits. Warum ist das Gebäude so reizvoll? Renate Kölbel (Trombello Kölbel Büro-Immobilien): „Das Haus ist ein Wahrzeichen, jeder kennt es. Außerdem wird die ohnehin gute Lage nach Ausbau des Kö-Bogens noch besser sein.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





