Uni-Ärzte ab Montag im Dauerstreik: Medizinische Hilfe nur für dringende Notfälle
zuletzt aktualisiert: 12.06.2006 - 09:01Düsseldorf (dto). Trotz WM: Die Ärzte an der Düsseldorfer Uniklinik treten ab Montag in den unbefristeten Dauerstreik. Zusätzlich wird die Notfallversorgung weiter eingeschränkt. Auch nach 15 Streikwochen konnten sich die Bundesländer und die Ärztevereinigung Marbacher Bund im Tarifstreit nicht einigen. Erstmals erwägt die Düsseldorfer Uni-Klinik in in dieser Woche auch Patientenverlegungen in andere Krankenhäuser.
„Nur in wirklich dringenden Notfällen wird den Patienten geholfen. Wer aber zum Beispiel starke Schmerzen hat aber nicht gefährlich erkrankt oder verletzt ist, der muss unter Umständen einen Tag warten“ erklärt Susanne Dopheide von der Düsseldorfer Uni-Klinik. Bisher hatten die Klinikärzte jeweils eine Woche gestreikt und eine Woche nicht gestreikt, ab Montag aber treten die Ärzte in Dauerstreik.
Patientenverlegungen
Auch an den anderen Uni-Kliniken in NRW wird der Streik verschärft. In Münster werden bereits am Montag erste Patienten in andere Krankenhäuser verlegt, in Essen ab Mittwoch. In Köln werden Patienten mit planbaren Operationen überhaupt nicht mehr angenommen.
Der Arbeitskampf der Mediziner in den Unikliniken und Landeskrankenhäusern werde so lange fortgesetzt, bis es eine Einigung zwischen Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder gebe hieß es erneut am Wochenende. Am Samstag hatten sich in Hannover der Chef des Marburger Bundes, Montgomery, und der Tarifgemeinschafts-Vorsitzende Möllring zu einem Sondierungsgespräch getroffen. Der Marburger Bund fordert weiter einen speziellen Ärzte-Tarifvertrag. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder will hingegen den Mitte Mai erzielten Abschluss des öffentlichen Dienstes auf die Unikliniken übertragen.
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