Schüler sollen sich bewegen: Mehr Action in der Schul-Pause
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 27.04.2009 - 08:01Düsseldorf (RPO). Essen und Trinken in der Pause war gestern. Heute geht es um Bewegung, um Sport, um Gemeinschaftserlebnisse: Ratspolitiker wollen die Pause stärken. Beispielsweise mit einem zweiten Sport-Action-Bus.
Die Pause gerät in den Fokus der Schulpolitik: Sie werde nicht sinnvoll genutzt, nicht gestaltet, geradezu vergeudet. Die das sagen, sind Ratsleute aus Schul- und Sportausschuss. Sie haben jetzt Veränderungen angekündigt.
"Auf die Pausen wird viel zu wenig Wert gelegt", sagt Monika Lehmhaus (FDP) aus dem Sportausschuss. "Dabei passiert so viel während dieser Zeit." In der Pause würden die Weichen für ein gutes Schulklima gestellt, würde Mobbing und Ausgrenzung verbreitet – oder eben auch nicht.
Das Team vom Bus leitet an
Das sieht auch Ausschuss-Vorsitzende Regine Thum (SPD) so: "Es wäre gut, wenn Schulen und Lehrer bei der Pausengestaltung dazulernten, zudem müssen die Höfe so gestaltet werden, dass sie zu Bewegung einladen, etwa mit Basketballfeldern. Eine Möglichkeit, Pausen mehr zu gestalten, steckt im Sport-Action-Bus.
Das Prinzip: Das Team kommt zur Schule, baut ein Sportfeld auf, macht Musik und gibt Geräte aller Art aus. Gerade die Mittagspausen in den Ganztagsschulen werden gern dafür genutzt. Der Bus wird getragen vom Stadtsportbund und finanziert von der Stadt – und ist im zehnten Jahr seines Bestehens so beliebt, dass Initiator und Diplom-Sportlehrer Artur Zielinski nicht annähernd die Nachfragen befriedigen kann: "Wir fahren acht Schulen regelmäßig an", sagt er, "mehr ist nicht zu schaffen."
2008 hatten Zielinski und seine beiden Mitarbeiter 200 Einsätze in Schulpausen, mehr als 100 Einsätze an Nachmittagen und Abenden sowie 30 Wochenendveranstaltungen. Hinzu kommen Sommercamp, Adventure Camp und Düsselferien. "Selbst Kitas versuchen, uns anzufordern", sagt Zielinski, der 1999 mit seiner Idee gestartet war. "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich Anfragen ablehnen muss."
Weil das so ist, will Monika Lehmhaus einen zweiten Sport-Action-Bus samt Besetzung beantragen. Stephan Friedel, für die CDU im Sportausschuss, sieht den Bedarf auch und hat Zustimmung signalisiert: "Da muss das Rad nicht neu erfunden werden, die Idee hat sich bewährt, der Sport-Action-Bus macht eine gute Arbeit."
Caritas-Schulsozialarbeiterin Anne Helmig und Rektorin Gabriele Lohscheller von der Hauptschule Itterstraße bestätigen: "Schüler haben die Möglichkeit, sich zu bewegen, Aggressionen abzubauen, sich auszutauschen. Dann haben sie den Kopf frei, können besser lernen", so Lohscheller, deren Schule eine der wenigen ist, die der Bus anfährt. Helmig: "Da er nicht von Lehrern betrieben wird, sondern von Personen von außerhalb ist er so beliebt." Allein mit Fortbildungen der Lehrer und zusätzlichen Geräten sei es nicht getan – "aber zusätzlich macht das Sinn", so Helmig.
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