13. Düsseldofer Jazz Rally: Mehr als 250.000 Besucher im Jazzfieber
VON STEFAN FELTEN - zuletzt aktualisiert: 27.06.2005 - 08:58Düsseldorfer (dto). Drei Tage Jazz in allen Stilrichtungen liegen hinter Düsseldorf und für die Veranstalter von der Destination Düsseldorf (DD) war es zum 13. Mal ein riesiger Erfolg. „Das Konzept, unterschiedliche Stilrichtungen des Jazz und der Musik zusammenzuführen, ist erneut aufgegangen“, so Ali Haurand, der künstlerische Leiter der Jazz Rally. Für DD-Sprecher Michael G. Meyer war es wieder schlicht ein „Wochenende der Superlative“, was bei 75 Konzerten, mit 530 Musikern auf insgesamt 30 sehr unterschiedlichen Bühnen und geschätzten 250.000 Besuchern durchaus passend ist.
Ein Wochenende der Superlative hat zur Jazz Rally auch das Wetter hingelegt. Am ersten Tag, dem Freitag, hat sicher auch das Jazz-Fieber zur extremen sommerlichen Schwüle beigetragen. Die Top-Konzerte im Zelt Burgplatz, insbesondere das von Nils Landgrens „Funky Abba“, waren trotz der extremen Hitze gut besucht. Manch einer musste sogar vor dem Zelt auf Einlass warten.
Nicht so viel Glück hatten dagegen Joachim Kühn und die Band Kraan. Joachim Kühn sollte im Haus der Ärzteschaft eigentlich vor ausverkauftem Haus spielen. Da die meisten Karten aber von einem Sponsor gekauft und dann verschenkt worden waren, kam offenbar wegen der Hitze kaum einer. „So was müssen wir künftig vermeiden“, gesteht Boris Neisser von der Destination Düsseldorf ein. Die Band Kraan, die eigentlich in der Nachtresidenz auftreten sollte, war kurzfristig ins 3001 verlegt worden und musste ebenfalls vor kleinem Publikum spielen.
Am Samstag kam nach Gewittern der Wetterwechsel. Manch einer huschte nassen Fußes von Konzertbühne zu Konzertbühne. Und der Samstag war der Tag des Sonderkonzertes von Reamonn, das im Vorfeld beinahe geplatzt wäre. Die ungewöhnliche Location bot für rund 4.000 Fans eine reizvolle Kulisse für den Auftritt der Truppe um den stimmgewaltigen Frontmann Rea. Die Band spielte quasi zwischen Gepäckwagen und "geparkten" LTU-Jets. Reamonn waren sicht- und hörbar gut gelaunt. Rea nutzte die Zeit zwischen den Songs gerne für die ein oder andere kleine Anekdote über seine ausbaufähigen Deutschkenntnisse oder über seine Freuden als werdender Vater.
Der Rock und die gefühlvollen Balladen sagen aber manch eingefleischtem Jazz-Fan wenig, denn Reamonn spielen ebenso keinen Jazz wie Wolfgang Niedecken am Sonntagabend mit seinem „Bob Dylan Projekt“ im Robert-Schumann-Saal. Kritiker unter den Jazz-Puristen halten von einer solchen Verwässerung der Jazz Rally wenig. Der künstlerische Leiter Ali Haurand sieht das gelassen und verweist fast gebetsmühlenartig auf die Vielfalt der Stilrichtungen des Jazz. „Ich habe außerdem junge Reamonn-Fans getroffen, die mir begeistert von anderen Konzerten der Jazz Rally erzählten, die sie eher zufällig mitbekommen haben.“
Pop-Musik als Magnet für ein Jazz-Festival, ist jedenfalls ein Versuch, mit dem auch andere renommierte Festivals, wie die Leverkusener Jazztage oder das North Sea Jazz Festival in Den Haag, Besucherzahlen halten und steigern wollen. Wenn gleichzeitig weiterhin die Vielfalt der Stillrichtungen des Jazz präsentiert werden, wie das bei der Jazz Rally definitv der Fall ist, ist das sicher ein legitimes Mittel, auch für die nächste Jazz Rally vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2006.
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