Düsseldorf: Mehr Mädchen zur Feuerwehr
VON NINA SAUERLAND - zuletzt aktualisiert: 23.04.2010 - 06:58Düsseldorf (RPO). Beim Girl’s Day geht es darum, Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Die Stadt lud zur Feuerwache, Henkel öffnete sich. Am Marie-Curie-Gymnasium gab es einen Boy’s Day.
Beim größten Berufsorientierungstag Deutschlands, dem Girl’s Day, probierten sich gestern 36 Schülerinnen in der Männerdomäne „Feuerwehr“. An sechs Stationen konnten die Mädchen in der Feuerwehrschule in Garath typische Tätigkeiten der Feuerwehrmänner und -frauen ausüben. „Wir veranstalten hier keinen Guck-Tag, sondern einen Mach-Tag“, sagt Feuerwehrmann Rolf Hermsen. Und tatsächlich kamen die Schülerinnen mit Schutzkleidung in und großen Höhen ganz schön ins Schwitzen.
Siebte Mal dabei
Schon zum siebten Mal nahm die Feuerwehrschule am Girl’s Day teil. „Bei den ersten Veranstaltungen haben wir die Mädchen in ein Klassenzimmer gesetzt und ihnen aus unserem Beruf erzählt. Das kam gar nicht gut an“, erinnert sich Hermsen lachend. „Seit einigen Jahren bieten wir den Schülerinnen jetztdas volle Programm“. 20 Ausbilder hat die Feuerwehrschule für den Aktionstag abgestellt. „Das ist ein teurer Spaß für uns, aber es lohnt sich – die Mädchen sind begeistert“, sagt Hermsen. Auch Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies ist von der Veranstaltung überzeugt: „Der Girl’s Day ist eine hervorragende Plattform, um einen Einblick in technische Berufe zu erlangen“.
Nach ausführlichen Sicherheitshinweisen mussten die Teilnehmerinnen an der Station „Technische Hilfeleistung“ kräftig mit anpacken. Unfallautos wurden angehoben, zerschnitten und Dummys, die Unfallopfer simulierten, gerettet. „Das hat schon mal Spaß gemacht“, fand die 14-jährige Mandy Schmidt. An der nächsten Station zeigten die Ausbilder den Mädchen, wie sie die Verletzten versorgen. Ohne Pause folgten Sportübungen aus dem Einstellungstest der Feuerwehr. Liegestütze, Sitzhocke und Fünfsprung – „Da sehe ich gleich, was ich noch trainieren muss“, freute sich die 16-jährige Liz Sommer, die sich nach dem Abitur bei der Feuerwehr bewerben will.
Dann stand den Mädchen die schwerste Station, der Rettungsdienst, bevor. Mit Schläuchen und Pressluftflaschen jagten die Mädchen in der Brandsimulation ein Treppenhaus hinauf. Oben galt es, einen weiteren Dummy zu retten. „Das war anstrengend“, sagte die 13-jährige Rafaela Heck außer Puste, „aber ich habe mich ja für die Feuerwehr entschieden, weil ich Action erleben wollte.“ Und Hermsen lobte: „Die Mädchen beißen sich super durch.“ Am meisten freuten sich aber alle auf die letzte Station, das „Leitersteigen“. In 30 Metern Höhe stellten sich fast alle Teilnehmerinnen auf der Drehleiter ihrer Höhenangst.
Bundesweit liegt Deutschland mit einer Frauenquote von 7,25 Prozent bei der Feuerwehr im europäischen Ranking auf einem der vorderen Plätze. Der Großteil der Frauen ist allerdings in der Freiwilligen Feuerwehr tätig.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







