Studenten mit alternativen Ideen: Mehr Platz für den Kö-Bogen
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 05.08.2008Düsseldorf (RPO). In Diplom- und Semesterarbeiten entwickelten Studenten von mehreren Hochschulen Alternativen zur Planung der Stadt. Die übereinstimmende Tendenz: Die Grünflächen am Hofgarten sind größer, der heutige Schadowplatz wird stärker beachtet.
Ein größerer Hofgarten und abgeschirmte Plätze mit Parkblick, die Passanten anziehen – das sind übereinstimmende Merkmale von Entwürfen für das Projekt Kö-Bogen, die Studenten der Universitäten Aachen und Dortmund auf Einladung der Initiative Forum Kö-Bogen erarbeitet haben. „Die Arbeiten zeigen deutlich, dass durch die von der Stadt vorgeschriebene Baulinie direkt am geschwungenen Ufer des Weihers Landskrone der Kern der City eher verbaut wird“, sagt Stadtplaner Jochen Kuhn, der bei der Initiative Kö-Forum mitarbeitet. Diese sieht die Baugrenzen und die Büronutzung, die die Stadtverwaltung für die neue Gestaltung des Jan-Wellem-Platzes vorgegeben hat, eher als eine Bremse für eine vernünftige Stadtentwicklung. Studenten sollten mit Diplom- und Semesterarbeiten frische Ideen in die festgefahrene Diskussion bringen, hatte der Vorsitzende des Düsseldorfer Bundes Deutscher Architekten (BDA), Bruno Braun, gesagt.
Was ändert sich am Hofgarten? Am Weiher Landskrone lassen fast alle Studenten mehr Platz für Grünflächen. Manche gliedern das Areal durch Terrassen, unterteilen die Flächen durch kleine Gebäude und „schaffen damit neue, städtebaulich interessante Räume“, erklärt Kuhn.
Damit der Hofgarten an dieser Stelle größer werden kann, versetzen die jungen Architekten die Gebäude nach Süden näher an die bestehenden Geschäftsbauten am Rand des Jan-Wellem-Platz. Durch das Verschieben wird nach Einschätzung Kuhns die Nutzfläche der Gebäude von etwa 42 000 Quadratmetern nicht verringert.
Wie sieht der Blick vom Schadowplatz zum Hofgarten aus? Fast alle Studenten nehmen die dreieckige Form des Schadowplatzes auf und führen sie fort. Der Trick: Sie gestalten Gebäude, die in dieses Dreieck hineinpassen, und führen an den Seiten zwei direkte Straßen bis zum Hofgarten hin. Die Pläne, die die Stadtverwaltung bevorzugt hatte, versperren dagegen den direkten Zugang vom Schadowplatz zum Hofgarten. Einige Studenten unterstreichen die Verbindungen und schlagen eine Veranstaltungshalle vor, die einen Durchblick vom Schadowplatz zum Hofgarten erlaubt. „In einer Halle für Veranstaltungen ist mehr städtisches Leben möglich als in einem Bürogebäude“, erläutert Kuhn. Wenn es zudem neben der Königsallee noch einen Zugang zum Hofgarten gebe, seien die Verbindung zwischen City und Park enger.
Wurde die Kante zum Gustaf-Gründgens-Platz beachtet? Die meisten Studenten schlagen vor, den Jan-Wellem-Platz mit Kö-Bogen und den Gustaf-Gründgens-Platz voneinander durch Gebäude abzugrenzen. Die Plätze wirken dann nicht so öde, außerdem wird der Hofgarten vom Lärm der Straßenbahn abgeschirmt.
Wie hoch sind die Gebäude? Unterschiedliche Ideen werden von den Studenten präsentiert. Einige halten an der von der Stadt vorgebenen Höhe von 26 Metern fest, andere schlagen niedrigere Gebäude am Hofgarten vor. Um die Nutzflächen nicht zu verringern, setzen sie Hochhäuser auf das Areal. Für Kuhn eine annehmbare Lösung: „Die Silhouette wird aufgelockert, die Kante zum Hofgarten verliert ihren mächtigen Eindruck.“
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