Schenkelberg versprach verstärkte Präsenz: Mehr Polizei am Burgplatz
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 04.08.2007 - 14:58Die Düsseldorfer Polizeispitze war in den vergangenen Wochen regelmäßig in der Altstadt. Präsident Herbert Schenkelberg und der für Gefahrenabwehr und Einsatz zuständige Direktor Dieter Höhbusch wollten sich selbst ein Bild von der Lage am Burgplatz machen - zu unterschiedlichen Zeiten.
Höhbuschs Ergebnis: „Auf dem Burgplatz spiegelt sich die Altstadt. Wenn auf der Bolkerstraße der Bär steppt, ist auch auf dem Burgplatz Hochbetrieb. Wenn nichts los ist, gilt das ebenfalls überall.“
Der Eindruck der Polizeichefs wird von der Statistik belegt: 41 Straftaten wurden in den vergangene fünf Wochen auf dem Burgplatz begangen, „das entspricht in etwa den Zahlen vergleichbarer Bereiche in der Altstadt“, sagt Schenkelberg. Ausgenommen den Bolker Kopf, der „immer noch ein Brennpunkt ist“. 25 der 41 Delikte auf dem Burgplatz waren Taschendiebstähle - und zwar insbesondere während der Kirmes und des Frankreichfestes. „Nach diesen Großevents waren auch die Taschendiebe wieder weg“, vermutet Höhbusch.
Von zehn Körperverletzungen geschahen auf dem Burgplatz zwei aus Liebe, da waren sich jeweils Pärchen in die Haare geraten. Zweimal gab’s Ärger mit Türstehern, einmal schlug ein Museumsangestellter einen Junkie, und ein Mann, der im Rausch seine Kumpels die Freitreppe hinunter schubste, füllte die Statistik mit drei Taten. Höhbuschs Fazit: „Der Burgplatz sticht aus der ,normalen’ Altstadtkriminalität nicht heraus.“ Und: 20 der 25 identifizierten Tatverdächtigen seien Düsseldorfer. „Das sind unsere Bürger - die können wir nicht von hier vertreiben“, so Höhbusch.
Für Polizeipräsident Schenkelberg ist mit der intensiven polizeilichen Analyse das Thema „Angstraum Burgplatz“ keineswegs vom Tisch. Auf den öffentlichen Druck hatte die Polizei seit Mitte Juni ihre Präsenz auf dem Burgplatz verstärkt. Die Beamten der Altstadtwache gingen dort verstärkt Streife, auch der Bezirksdienst ließ sich öfter blicken, am Wochenende waren Reiterstaffel, der Einsatztrupp Kriminalität und die Brennpunkt-Mannschaft „Prios“ im Einsatz, auch schon mal verstärkt von Bereitschaftspolizei und Hundestaffel.
„Wir haben unser Präsenz-Versprechen gehalten“, sagt Höhbusch. Aber das unerwünschte Publikum an der Treppe ist nicht verschwunden.
Der Polizeipräsident hat für den Burgplatz „keine Lösung. So wie es ist, kann es nicht bleiben.“ Da aber die Mittel der Polizei auf begangene und drohende Straftaten begrenzt sind, müsse nun erst einmal analysiert werden, „wer sich wodurch und von wem gestört fühlt“. Erst dann könne man geeignete Maßnahmen suchen. „Wir brauchen neue Strukturen und bessere Kommunikation aller Beteiligten“, so Schenkelberg. Dafür soll auch die Arbeitsgruppe Burgplatz sorgen.
Die Polizeipräsenz am Burgplatz hat übrigens nicht bloß positive Resonanz. Anwohner anderer Innenstadt-Plätze schrieben besorgt an Schenkelberg, man möge die Junkies, Trinker und Obdachlose vom Burgplatz nun bitte nicht zu ihnen treiben. „Die meisten dieser Leute sind Düsseldorfer“, erinnert der Polizeipräsident. „Die dürfen da auch sein.“
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