Theaterschule im Museum: Menschen fürs Theater interessieren
zuletzt aktualisiert: 04.01.2006 - 15:22Düsseldorf (dto). Auf den Spuren von Louise Dumont und Gustav Lindemann von der legendären Düsseldorfer Theater-Akademie wandeln die Theaterpädagogen der neu gegründeten Theaterschule im Theatermuseum: Barbara Moraidis und Christina Arnold arbeiten nämlich wie Dumont und Lindemann vor 100 Jahren nicht nur mit Schauspielern sondern vor allem mit Laien.
Schauspieler wie Gustav Gründgens wurden in der Theater-Akademie ausgebildet, die schon vor der Gründung des Schauspielhauses existierte. Nach einem Jahr Arbeit mit Kindern meldet Moraidis stolz: „Zwei meiner Kinder haben es auf die Schauspielschule“ geschafft. „Mal sehen, was aus ihnen wird.“ Schließlich wurden auch Emma Watson als Potter-Freundin Hermine und Jamie Bell in "Billy Elliot" in Freizeit-Theaterschulen groß. Karrieren sind freilich nicht das Ziel der Kurse, die montags und dienstags auf der Bühne des Theatermuseums stattfinden. "Wir wollen nicht aus unseren Schülern Profis machen", sagt Moraidis. Jeder kann die Kurse besuchen. Talent und Vorkenntnisse seien keine Voraussetzung. "Die Kinder sollen nichts weiter als Spaß mitbringen."
Kreativität, Phantasie, Disziplin, Sprache und Selbstvertrauen sollen gefördert werden - Eigenschaften, die nicht nur auf eine Bühnenkarriere vorbereiten. „Wir geben auch Lebenshilfe“, so die Schauspielerin, Musikerin und Theaterpädagogin. „Wir machen es den Kindern leichter, sich im späteren Leben durchzusetzen.“ Gerade scheue, unsichere Kinder können durch die intensive Körperarbeit ihre Persönlichkeit stärken.
Die Kurse „voice + speech“, „voice + body“ und „Ab in die Maske!“ richten sich an Kinder. Am Ende steht im Mai eine Premiere auf der Studiobühne. Das Angebot „Improtheater / Theatersport“ an Erwachsene ab 18 Jahre. Arnold berichtet mit Begeisterung von ihrem Projekt Improtheater. „Das geht ganz weit weg vom Rollenspiel. Wer an zwei Abenden gekommen ist, den lässt das nicbt mehr los“, verspricht sie. Es sei sehr unterhaltsam und kreativ. Ganz ohne Spielregeln gehe es auch bei den Improvisationen nicht zu. Es hat sich längst zur eigenständigen Kunstform entwickelt. Mal treten Gruppen gegeneinander zum Match an, mal dürfen Zuschauer aus den Schauspielern ein Bühnenbild formen oder sie synchronisieren.
Es gibt das "Freezing", bei dem ein Schauspieler dem anderen die Rolle abnimmt. So entsteht viel Comedy. Obwohl die Impro-Künstler sich nicht gerne auf Klamauk reduzieren lassen, gibt es reichlich Analss für Lacher. Glücklich über das Abgebot ist Winrich Meiszies, Leiter des Theatermuseums. „Wir stellen unentgeltlich den Raum zur Verfügung. Auf der anderen Seite hoffen wir dadurch Menschen zu gewinnen, die sich für Theater interessieren.“
Infos: 0202/7690473, Barbara Moraidis
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