Wohnen wird immer teurer: Mieten in Düsseldorf steigen rasant
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 16.02.2011 - 07:08Düsseldorf (RPO). Wohnen in Düsseldorf wird deutlich teurer. Die Makler können gar nicht so viele Immobilien anbieten, wie nachgefragt werden. Wohnungsbesichtigungen von Mietern werden zu Massenveranstaltungen. Ein Ende des Aufwärtstrends beim Mietpreis ist nicht in Sicht.
Wohnen in Düsseldorf ist teuer. Doch jetzt schlägt die Verknappung auf dem Wohnungsmarkt noch stärker durch als in den vergangenen Jahren. So ist der durchschnittliche Mietpreis für eine Neubauwohnung gegenüber 2009 um 18 Prozent gestiegen. Pro Quadratmeter kostet eine solche Wohnung in Düsseldorf heute im Schnitt 13 Euro. Die Mietpreise für Altbauwohnungen stiegen binnen zwei Jahren immerhin um zehn Prozent auf durchschnittlich elf Euro je Quadratmeter, wie der gestern vorgestellte Preisspiegel des Rings deutscher Makler (RDM) ergibt.
Vom Umland in die Stadt ziehen
Die Gründe für die stark anziehenden Preise sind vielfältig. "Die Stadt boomt, und deshalb sind die Immobilien so begehrt wie schon lange nicht mehr", sagt Jörg Schnorrenberger, Vorsitzender des RDM-Bezirksverbands Düsseldorf. Die Mitglieder des Maklerverbandes beobachten dabei in jüngster Zeit eine Trendumkehr bei den Mietern. "Wer in den 80er oder 90er Jahren noch aus der grauen Stadt raus ins Grüne gezogen ist, der möchte heute gerne zurück", sagt Schnorrenberger. Besonders ältere Menschen zögen heute wieder verstärkt in die Landeshauptstadt. "Die Senioren bevorzugen die Nähe zum Arzt genauso wie den schnellen Weg zum Theater oder ins Kino. So was bietet nur die Großstadt", sagt der Immobilienmakler.
Zu einer weiteren Verknappung des Wohnraumes tragen die veränderten Ansprüche der Großstädter bei. So bewohnte eine Person im Jahr 1974 im Schnitt noch 24 Quadratmeter, heute sind es mit 47 Quadratmetern fast doppelt soviel, Tendenz steigend: So erwartet der RDM für das Jahr 2030 einen Wohnflächenbedarf von 56 Quadratmetern pro Kopf. Das verstärkt die Knappheit und treibt die Preise.
Gleichzeitig steigt die Zahl der kleinen Haushalte. "Die Wohnung, die früher eine ganze Familie bewohnt hat, wird heute verstärkt von Singles und einkommensstarken Paaren gemietet", beobachtet Schnorrenberger. "Wir haben viele Investoren, die Wohnungen als Kapitalanlage in Düsseldorf kaufen wollen. Doch wir können ihnen im Moment einfach nichts anbieten", so der Makler. Der Markt sei leergefegt. Wer eine Wohnung besitze, wolle sie im Moment nicht verkaufen, aus Angst vor Inflation und wegen steigender Immobilienpreise.
Eine Umkehr des Trends steigender Mieten und knappen Wohnraums ist noch lange nicht absehbar. So haben die Makler errechnet, dass im Jahr 2020 ein Bedarf zwischen 28 000 und 31 000 Wohnungen bestehen wird. Dem gegenüber stehen aber nur gut 15 000 neue Wohnungen. "Die Neubauaktivität ist in Düsseldorf einfach deutlich zu niedrig. Es muss mehr gebaut werden, sonst haben wir auf Dauer hier ein Riesenproblem", sagt Schnorrenberger.
Wer umziehen will, hat zurzeit jede Menge Konkurrenz. "Wenn ich eine Wohnungsanzeige schalte, habe ich binnen weniger Stunden dutzende Anfragen. Bei Besichtigungsterminen in Neubauten sind 30 bis 40 Interessenten zur gleichen Zeit keine Seltenheit", berichtet Schnorrenberger. Die Verknappung ist nicht nur auf dem Mietmarkt spürbar. So verteuerte sich der Preis für ein durchschnittliches Reihenhaus in Düsseldorf in den vergangenen fünf Jahren um 65 000 Euro auf 365 000 Euro. Freistehende Einfamilienhäuser kosten mit durchschnittlich 650 000 Euro gut zwölf Prozent mehr als noch 2005.
Woran die geringe Bautätigkeit unter anderem liegt, zeigt ein Blick auf die Düsseldorfer Grundstückspreise. 590 Euro kostet ein Quadratmeter im Schnitt. Zum Vergleich: In Krefeld liegt der Preis bei 280 Euro, in Mönchengladbach sogar nur bei 250 Euro.
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