Düsseldorf: Millennium-Baby ist jetzt zehn
VON STEFAN KAUFMANN - zuletzt aktualisiert: 02.01.2010 - 16:11Düsseldorf (RPO). Arman Yamin war Düsseldorfs erstes Kind im Jahr 2000. Heute ist er zehn Jahre alt, hat schon die Heilige Kommunion gefeiert und wünscht sich fürs neue Jahr den Aufstieg von Fortuna Düsseldorf.
Es war ein Empfang wie ihn einst nur Könige erlebten: Mit Feuerwerk und Glockengeläut begrüßte Düsseldorf den kleinen Arman. Pünktlich zum Start in das neue Jahrtausend kam der Junge im Evangelischen Krankenhaus auf die Welt. 0.03 Uhr notierten die Ärzte als Geburtszeit, und Mutter Heike genoss glücklich und erleichtert das Silvester-Spektakel vor ihrem Fenster.
Mittlerweile ist Düsseldorfs Millennium-Baby zehn Jahre alt, hat die 1,50 Meter Marke geknackt, spielt Fußball, Tennis und Gitarre und will im Sommer aufs Gymnasium wechseln. Seinen zehnten Geburtstag feiert er groß am letzten Ferienwochenende. Die Familie hat für ihn in der Sport- und Erlebniswelt einen Fußballplatz reserviert – dort wird sich Arman mit seinen Freunden austoben. "Am 1. Januar hat doch kaum jemand Zeit, deshalb feiern wir immer etwas später", erzählt er. Trotzdem sei der erste Tag des Jahres ein schöner Geburtstag. "So bekomme ich jedes Mal ein Feuerwerk."
Dass Arman der erste neugeborene Düsseldorfer im neuen Jahrtausend wurde, hat er seiner Ungeduld zu verdanken. "Eigentlich sollte er ein paar Tage später kommen", sagt Heike Weyergraf-Yamin. Doch am Silvesterabend, eine Freundin und die Schwiegermutter waren zu Besuch, Heikes Mann Reza bereitete gerade das Abendessen vor, setzten die Wehen ein. Statt des Festmenüs ging es auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus. "Die Schwestern haben noch gefragt, ob es vor oder nach zwölf kommen soll", sagt Mutter Heike, was ihr diesem Moment völlig egal gewesen sei. Drei Stunden später hatte sie es geschafft, Arman war gesund geboren und die Familie zu dritt.
Im vergangenen Jahr ging Arman, dessen Name aus dem Persischen kommt und "der Wunsch" bedeutet, zur Heiligen Kommunion. Im neuen Jahr steht der nächste große Schritt in seinem Leben an: Er verlässt die St. Franziskus-Grundschule und wechselt auf eine weiterführende Schule. "Am liebsten auf das Görres-Gymnasium." Latein würde er gerne lernen, auch wenn er dafür ganz schön pauken müsste.
Auf zwei andere Ereignisse, die er sich für das neue Jahr wünscht, ist sein Einfluss nur begrenzt: den WM-Titel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und den Aufstieg von Fortuna Düsseldorf, deren Wimpel sein Kinderzimmer schmücken und deren Heimspiele in der Arena er nicht verpasst. Seine Begeisterung für den Sport teilt er mit seinem Bruder, dem acht Jahre alten Kian ("der Herrschaftliche"), der mit ihm im Familienblock sitzt. Für die Mannschaft seiner Heimatstadt schlägt das Herz der Yamins, Arman selbst tritt in der E-Jugend des Polizei-Sport-Verein Düsseldorf gegen den Ball.
Hin und wieder wird er auf den Titel "Millennium-Baby" angesprochen. Mit Geschenken überhäuft wurde er deswegen nicht. In Duisburg bekam das erste Neugeborene im neuen Jahrtausend eine lebenslange Dauerkarte für die Heimspiele des MSV – Arman ging leer aus und ist trotzdem ein stolzer Düsseldorfer. Tauschen möchte er mit dem Baby aus Duisburg jedenfalls nicht.
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