Kunstfestival kehrt zurück: Millionenprojekt Quadriennale 2014
VON BERTRAM MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 13.01.2011 - 07:29Düsseldorf (RPO). In drei Jahren wird Düsseldorf erneut mit einer Fülle von Ausstellungen einen Kunst-Schwerpunkt setzen. Dafür stehen fünf Millionen Euro bereit. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe kündigte an, dass die Stadt dann keine Nabelschau treiben, sondern Kunst aus dem Ausland zeigen wolle.
Nach vier Monaten wird Düsseldorf am Wochenende einen Schlussstrich unter die Quadriennale ziehen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe legte gestern erwartungsgemäß eine wohlgemute Bilanz vor: Man habe immerhin 230.000 Besucher gezählt. Das ist zwar weitaus weniger als die 380.000, die zur ersten Ausgabe des Kulturfestivals strömten, aber – so gibt Lohe zu bedenken – es gab diesmal ja auch keinen Publikumsmagneten wie seinerzeit die Caravaggio-Schau im Museum Kunstpalast. Der stärkste Einzelposten war diesmal die Beuys-Ausstellung in der Kunstsammlung NRW; sie wird mit voraussichtlich 100 000 Besuchern abschließen, nachdem dem Publikum zuletzt das Eintrittsgeld erlassen worden ist.
Weitere Einzelergebnisse: Das NRW-Forum und das Museum Kunstpalast zählten 25.000 Besucher, die Kunsthalle 15.000, Schloss Benrath 10.000 und die Akademie-Galerie 6000 – allesamt mit Ausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Von den fünf Millionen Euro, welche die Stadt Düsseldorf für die Quadriennale bereitstellte, wurden 600.000 Euro für Werbung und Public Relations verwandt, weniger als bei der ersten Ausgabe.
Lohe betonte, dass Besucherzahlen nicht alles bedeuteten. Da die Medien die Quadriennale in ihrer Berichterstattung durchweg gut berücksichtigt hätten, sei das Kulturfestival nun fest im Bewusstsein vieler Menschen auch im Ausland verankert, und das sei ein Erfolg.
Soeben hat der Aufsichtsrat der Quadriennale beschlossen, dass es auch 2014 wieder ein solches Kulturereignis geben wird, ausgestattet mit demselben Etat wie diesmal. Mit der vielfach erörterten Idee, dem Festival einen Intendanten voranzustellen, hat er sich allerdings nicht anfreunden können. An anderer Stelle wird es dagegen eine Änderung geben: Die nächste Quadriennale soll anders als die beiden vorangegangenen ihre Themen nicht in erster Linie aus der Kunsttradition der Stadt Düsseldorf schöpfen, sondern verstärkt den ausländischen Künsten ein Forum verschaffen.
Lohe hielt nachdrücklich fest: "Wir kleben thematisch nicht an Düsseldorf." Während sich nun die Institutsdirektoren an die Arbeit machen, um eine attraktive Quadriennale 2014 zu erfinden, klingt die Quadriennale 2010 ein wenig nach. Die goldene Kugel von James Lee Byars am Benrather Schloss, ein Publikumsliebling, bleibt noch ein Jahr an ihrem Standort, und die Installation "Ellipse" von Katharina Grosse an der Johanneskirche überdauert bis zum Sommer.
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