Fleher Brücke: Minister lehnt Tempo 80 ab
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 - 07:52Düsseldorf (RPO). Die Fleher Bürger-Interessengemeinschaft (FB-I) hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers aufgefordert, das Thema Fleher Brücke zur Chefsache zu erklären. Die Gruppe um den Vorsitzenden Jürgen Borrmann erklärte, Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) habe die Wünsche der Anwohner mit falschen Darstellungen zurückgewiesen.
Dies könne bei der Landtagswahl im kommenden Jahr dazu führen, dass politische Leistungen der Regierung Rüttgers "verschattet" würden, die "deutlich zustimmungsfähiger waren", heißt es in der aktuellen Erklärung der FB-I. Die Vorstandsmitglieder beraten derzeit über die nächsten Schritte und schließen auch einen Gerichtsprozess nicht aus.
Baustelle sollte helfen
Seit dem Bau der Brücke Ende der Siebziger Jahren herrscht ein Dauer-Streit zwischen den Anwohnern und dem Landesverkehrsministerium. Auf der Brücke gilt als Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. Dies verursacht nach Angaben der Bürger einen nicht zumutbaren Lärm, sie plädieren deshalb für wirksamen Schutz: Tempo 80, ständige Radarkontrollen und Lärmschutzwände. Da wegen Bauarbeiten aktuell Tempo 80 auf der Brücke gilt, hatten die Fleher Bürger gehofft, nun aus der Praxis die erforderliche Bestätigung für ihre Wünsche zu finden.
Tatsächlich war dies der Ausgangspunkt eines erneuten Konflikts. In einem Schreiben an den Anwalt der Bürger lehnt Ekhart Maatz vom Verkehrsministerium im Auftrag Lienenkämpers die Wünsche der Anwohner ab. Er widerspricht den Argumenten der Fleher und erklärt, dass Lärm-Grenzwerte an der Brücke nicht überschritten würden und bereits ein besserer Lärmschutz am Geländer der Brücke hergestellt worden sei.
Die FB-I hält dagegen, dass die bisherigen Radarkontrollen gezeigt hätten, dass die Autofahrer sehr wohl disziplinierter führen. Dies wiederum sei so "hörentlastend", dass es mittlerweile eine parteiübergreifende Resolution im Düsseldorfer Stadtrat für Tempo 80 gegeben habe. Die genannten Arbeiten am Geländer-Lärmschutz sind nach Angaben der Fleher "erst zu 25 Prozent fertiggestellt".
Immerhin einen kleinen Trost hat das Ministerium mitgeschickt und Arbeiten an der Dehnungsfuge der Brücke in Aussicht gestellt, die bei jedem darüberfahrenden Auto klappert. Er werde sich für ein "mit den laufenden Instandsetzungsarbeiten abgestimmtes Vorziehen" der Erneuerung der Fahrbahnübergänge einsetzen, schreibt Maatz.
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