A 46: Minister will Tempo 80 auf Fleher Brücke
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 09:53Düsseldorf (RPO). Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Anwohner für besseren Lärmschutz an der A46-Brücke zwischen Düsseldorf und Neuss. Seit gestern haben sie Landesverkehrsminister Harry Voigtsberger auf ihrer Seite.
Die neue Landesregierung setzt in Düsseldorf einen ersten zentralen Punkt ihres Programms in die Tat um. "Lärm macht krank", steht im Koalitionsvertrag. Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) hat deshalb gestern die Bezirksregierung beauftragt, zu prüfen, ob er für die Fleher Brücke eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung anordnen kann. Das geht aus einer Erklärung des Parlamentarischen Staatssekretärs Horst Becker hervor.
"Wir streben grundsätzlich für die Fleher Brücke eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer an, weil das in diesem Abschnitt positive Effekte für die Verkehrssicherheit und die Lärmminderung hätte", sagte Becker gestern.
Für die Anwohner bedeutet diese Ankündigung eine Wende in einem mehr als 30 Jahre währenden Kampf für den Lärmschutz. Nachdem das Land die Brücke 1977 für den Verkehr freigegeben hatte, kritisierten die Anwohner, dass sie nicht ausreichend vor dem Krach von Autos und Lkw geschützt sind. Sie hofften bis jetzt vergeblich auf eine Lärmschutzwand und eine geringere Höchstgeschwindigkeit als 120 km/h.
Die früheren Verkehrsminister lehnten diesen Wunsch immer wieder ab, mal, indem sie erklärten, nicht sie, sondern der Bundesverkehrsminister sei zuständig, mal, indem sie auf mögliche Klagen geblitzter Autofahrer verwiesen. Selbst als zuletzt der Düsseldorfer Stadtrat fraktionsübergreifend den Wunsch ans Land richtete, blieb der damalige Minister Lutz Lienenkämper hart.
"Das ist ein Schritt in die richtige Richtung"
Im Stadtteil Flehe löste die gestrige Erklärung vorsichtige Freude aus. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, wir hoffen nun, dass auch unsere anderen Bitten erfüllt werden", sagte Jürgen Borrmann, Sprecher der Fleher Bürger-Interessengemeinschaft. In dieser Hinsicht ist die Position des neuen Verkehrsministers noch nicht eindeutig. Nach RP-Informationen erwägt das Ministerium, das Tempolimit auch mit festen Radaranlagen zu kombinieren. Dieser Punkt wird intern aber mit dem Wort "gegebenenfalls" verbunden.
Die klappernden Dehnungsfugen am Ende der Brücke, die ebenfalls viel Lärm verursachen, geht die Behörde dagegen an. Die Landesregierung setzt sich für einen Austausch in näherer Zukunft ein, heißt es in der Erklärung des Staatssekretärs.
Eine Lärmschutzwand will das Ministerium nicht bauen. Dies sei statisch nicht möglich und im Planfeststellungsbeschluss für die Brücke nicht vorgesehen. Dem widerspricht Borrmann: "Diese Entscheidung fällt auf der Basis einer falschen Aktenlage. In Zeitungsberichten von 1977 ist die Lärmschutzwand beschrieben, es gibt viele weitere Hinweise dafür, dass sie geplant war und möglich ist." Trotz des großen Schritts von gestern geht der Kampf der Anwohner also weiter.
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