Frankreichfest: Mit dem Konsul im Oldtimer
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 16.07.2007 - 08:27Düsseldorf (RPO). Der französische Generalkonsul Gilles Thibault steuerte bei der „5. Tour de Düsseldorf“ ein 33 Jahre altes Peugeot-Cabrio. RP-Mitarbeiterin Regina Goldlücke war auf der 120 Kilometer langen Strecke als Co-Pilotin dabei.
Samstag, 11 Uhr: Unser leuchtend blaues Cabrio, Baujahr 1974, rollt durch ein Spalier klatschender Zuschauer vom Burgplatz. Gilles Thibault trägt zum dunkelgrünen Polohemd dunkelgrüne Schuhe und schlauer Weise eine Mütze mit transparentem Schirm. Die Sonne brennt.
Fast alle 150 französischen Oldtimer sind vor uns gestartet. Kurz vor Kaiserswerth fahren wir mit sechs anderen Autos im Konvoi. „Ob es einen Stopp bei Jean-Claude Bourgueil gibt?“ fragt Thibault hoffnungsvoll. Nein, es geht ohne Pause weiter bis zum ersten Stempel bei Schloss Hugenpoet in Kettwig.
Nur wer an allen vier Haltepunkten registriert wird und zudem einen Haufen Quizfragen richtig beantwortet, hat die Chance auf den Rallye-Gewinn. Auf dem Parkplatz schlägt mein Steuermann vor: „Holen Sie den Stempel, während ich wende?“ Aber klar.
Flugs setzen wir die Reise fort. Die Straße schlängelt sich durch idyllische Hügellandschaft, die den Generalkonsul sagen lässt: „Meine Frau und ich verbringen mit unseren vier Kindern gern einen Wochenend-Tag auf dem Land.“ Wir biegen auf die Route Industriekultur ein („Sehr interessant, ich habe mich viel mit der Geschichte des Ruhrgebiets beschäftigt“).
An einer Kreuzung entgeht mir unser Wegweiser. „Attention, Co-Pilote“, ruft es fröhlich vom Nebensitz. Thibault hat ihn zum Glück rechtzeitig gesehen. Auch der Stempel-Stopp in Essen-Kupferdreh ist für uns kein Grund zum Verweilen. Wohin wir auch kommen, überall wimmelt es von Oldtimern.
Als es auf den Sender Langenberg zugeht, sind wir plötzlich allein auf weiter Flur. „Wo sind die anderen?“ fragt Thibault verwundert. Also müssen wir auf der engen, kurvenreichen Strecke noch intensiver auf die Schilder mit den Pfeilen achten. Bei der historischen „Dampfbäckerei“ in Velbert (dritter Stempel) gönnen wir uns eine Pause bei Wasser und einem halben Brötchen. Dort treffen wir auch das eleganteste Gespann der Tour, Dr. Valentin Hoppen und Frau Sieglinde aus Eynatten, unterwegs in einem De Dietrich von 1905, der am Sonntag den Preis für das älteste Auto gewinnen wird - und seine Besitzer den für das beste Outfit.
Auf dem Weg nach Wülfrath erkundigt sich Thibault: „Haben Sie Sonnencreme dabei?“ Habe ich. Beide cremen wir uns die Nasen ein. Er erzählt vom Spaß an der deutschen Sprache, auch wenn er noch viel lernen müsse. Vor seinem Amtsantritt in Düsseldorf habe er nur wenig Deutsch gesprochen, dafür aber Englisch, Russisch, Arabisch und Kroatisch.
Wir passieren das Dorf Düssel und erreichen, vom Winde verweht, den letzten Haltepunkt im malerischen Gruiten. Großer Bahnhof zwischen Fachwerkhäusern, hier werden alle Teilnehmer fotografiert und der Generalkonsul mit viel Applaus bedacht. Ein bisschen Glanz fällt dabei auch auf mich.
Zügig geht´s zurück gen Düsseldorf. Auf den letzten Metern gesteht Gilles Thibault, dass er abends zum Feuerwerk „Kölner Lichter“ ausbüxe, „ich bin ja für ganz Nordrhein-Westfalen zuständig.“ Komisch, nach so viel Landschaft wieder über den geschäftigen Wehrhahn zu rollen. Der Himmel hat sich verdüstert, aber trocken erreichen wir Punkt 15 Uhr als einer der ersten Teilnehmer den Burgplatz.
Moderator Harald Müller auf dem RP-Bus kann es kaum fassen: „Eigentlich hatten wir die Oldtimer erst ab 15.30 Uhr zurück erwartet. Aber hier kommt ja schon der französische Generalkonsul!“
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